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04.10.2017

Das große Nationalteam-Problem: Der Platz links

Mit dem Rücktritt von Christian Fuchs öffnete sich eine Lücke, die noch nicht geschlossen ist.

Auch in den vermutlich letzten zwei verbleibenden Spielen seiner Amtszeit als Teamchef wird Marcel Koller eine besondere Baustelle nicht mehr beenden können: Die linke defensive Flanke ist waidwund, weil verwaist. Nach dem Rücktritt von Kapitän Christian Fuchs nach der EURO 2016 gelang es dem Schweizer nicht, diese Lücke zu schließen.

Hier die Liste der Linksverteidiger, die gegen Serbien und Moldawien nicht in Frage kommen:

Christian Fuchs

Einige Jahre war der Leicester-Legionär auf dieser Position gesetzt und Kollers Vertrauensmann, auch dann, wenn er über keine Spielpraxis verfügte. Fuchs zog sich nach der verpatzten EURO in Frankreich aus dem Team zurück.

Markus Suttner

Der Brighton-Legionär stellte sich viele Jahre hinter Fuchs an, galt als Back-up und erhielt nach dem Fuchs-Rücktritt in der WM-Qualifikation in Georgien eine Chance. Suttner spielte nicht gut und wurde von Koller wieder auf die Bank gesetzt. Suttner, dem dann sogar Innenverteidiger Wimmer vorgezogen wurde, zog die Konsequenz und trat aus dem Team zurück.

Kevin Wimmer

Der Innenverteidiger wurde von Koller – wie später auch Hinteregger – zum Linksverteidiger umfunktioniert, was nicht funktionierte und vor allem Wimmer nicht guttat.

Andreas Ulmer

Ein besonders Kapitel in der Koller-Story: Er war stets auf Abruf, aber nie mit von der Partie. Als Koller sämtliche Linksverteidiger ausgingen, fiel ihm wieder Ulmer ein. Doch der hatte zu diesem Zeitpunkt schon seine Hochzeit geplant und sagte daher für das Gastspiel in Irland ab. Koller watschte Ulmer dafür öffentlich ab. Nicht die feine englische Art des Schweizers.

Stefan Stangl

Obwohl er bei seinem Klub Salzburg nie an Ulmer vorbeikam, wurde er von Koller immer ins Team berufen. Gespielt hat er so gut wie nie.

Martin Hinteregger

Kollers letzte Notlösung interpretierte die Position sehr gut, wenngleich es für den Abwehrchef in der Innenverteidigung keine Dauerlösung sein kann. Diesmal steht er aufgrund einer Verletzung nicht zur Verfügung.

David Alaba

Er war offiziell als Linksverteidiger nie ein Thema, auch wenn Koller intern sehr wohl für Notfälle diese Überlegung hatte. Das Ende der Teamchef-Ära erlebt er nicht hautnah mit.

Im aktuellen Kader könnten am ehesten Wöber (Innenverteidiger), Bauer und Lainer (Rechtsverteidiger) als Notlösungen aushelfen.