Das Experiment Moniz ist gescheitert

APA/KRUGFOTOAPA7104088-2 - 03032012 - SALZBURG - ÖSTERREICH: ZU APA-TEXT SI - Tipp3-Bundesliga Begegnung Red Bull Salzburg gegen SV Mattersburg am Samstag, 03. März 2012, in Salzburg. Im Bild: Entäuschung bei Red Bull Salzburg nach der 1:0 Heimspielnieder
Foto: APA/KRUGFOTO Abgang: Die Salzburger treten nach dem 0:1 gegen Mattersburg ab.

Keine Leidenschaft, kein Aufbäumen, keine Konsequenzen: "Es war peinlich", gibt Salzburgs Trainer zu.

Es war schon eine skurrile Szenerie. Die Red-Bull-Arena war nach der 0:1-Heimpleite gegen Mattersburg am Samstag praktisch menschenleer. Trotzdem war "Scheiß Millionäre" nicht zu überhören. Die Letzten der letzten Getreuen ließen in den Stadiongängen ihrem Frust freien Lauf.

Salzburg-Trainer Ricardo Moniz versuchte, Gründe für den inferioren Auftritt seines Teams zu finden. "Wir sind nach dem 0:1 mental nicht aufgestanden. In der zweiten Hälfte haben wir es zumindest versucht."

Wenig reicht, um Salzburg aus dem Konzept zu bringen. Wie beim 0:4 gegen Charkiw war es ein frühes Gegentor. Mit dem Unterschied, dass Mattersburg nicht die Klasse der Ukrainer hatte, sonst hätte es auch vom Resultat her ein ähnliches Debakel gegeben. Auch Moniz musste zugeben: "Es war peinlich."

Seine Bilanz ist nach fast einem Jahr im Amt verheerend. 34 Punkte aus 22 Bundesliga-Spielen ist der schwächste Wert aller Trainer seit dem Einstieg von Red Bull 2005.

Im Verein wissen viele, dass das Experiment, einen der weltweit renommiertesten Individualtrainer zum Cheftrainer zu machen, gescheitert ist.

Doch anscheinend findet sich niemand, der dies Klubboss Dietrich Mateschitz mitteilt. Ex-Sportchef Hochhauser hatte es versucht. Mit der Konsequenz, dass er seinen Job los war.

Auch kein Spieler sucht das Gespräch mit Mateschitz, obwohl viele wissen, dass es so nicht weitergehen sollte. Warum auch? Das Gehalt ist top, die Trainingseinheiten sind moderat. Bei Undiszipliniertheiten gibt es ebenfalls wenig zu befürchten, wie die Pardonierung von Zarate nach nur einer Woche Strafversetzung zu den Juniors beweist. Auch der Trainergroll hält sich in Grenzen: "Ich muss die Spieler aufbauen", sagte Moniz am Samstag.

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(kurier) Erstellt am
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