Constantini darf noch ein bisschen bleiben

Didi Constantini bleibt noch bis Jahresende Teamchef.
Foto: apa

Der gescheiterte Teamchef wird abgelöst - aber erst nach den Quali-Spielen in Aserbaidschan und Kasachstan.

Um 13 Uhr waren alle Beteiligten nach einem turbulenten, weil chaotischen Vormittag fix und fertig. Vor allem mit den Nerven. Und konsterniert ob der typisch österreichischen Lösung, die am Ende des Beratungs-Marathons stand.

Dietmar Constantini bleibt Teamchef, allerdings nur für die kommenden zwei EM-Qualifikationsspiele in Aserbaidschan und Kasachstan (7. und 11. Oktober). Beim Test gegen die Ukraine im November soll sein Nachfolger, den der ÖFB ab sofort mittels Experten-Kommission sucht, debütieren.

1. Sitzung Es war ein Verwirrspiel in diversen Hotels, eine Art Schnitzeljagd quer durch Wien. Um 8.30 Uhr besprach sich Präsident Leo Windtner mit Constantini im Hotel Intercontinental am Stadtpark. Nach 30 Minuten war klar, dass der Teamchef seinen Vertrag bis Ende des Jahres einhalten möchte, der Präsident ihm aber klarmachte, dass er den Vertrag nicht verlängern werde.

2. Sitzung Um 9 Uhr begab sich Windtner ins Hotel Courtyard am Messegelände, wo er dem ÖFB-Direktorium mit den Landespräsidenten Gartner (NÖ), Prechtl (OÖ), Geisler (T) und Liga-Chef Rinner Bericht erstattete. Einzig der urlaubende Austria-Manager Markus Kraetschmer fehlte.

Man einigte sich auf Windtners Vorschlag: Constantini betreut das Team in den verbleibenden EM-Qualispielen, weil es laut Windtner "keinen Bruch zwischen dem Trainerteam und der Mannschaft gibt". Um 11.24 Uhr war die Sitzung beendet, von seinem Chauffeur ließ sich Windtner zurück ins Stadtzentrum bringen.

Didi Constantini bleibt noch bis Jahresende Teamchef. Foto: apa Didi Constantini bleibt noch bis Jahresende Teamchef.

3. Sitzung Wieder am Rande des Stadtparks - diesmal aber im Hotel Hilton - stellten sich Windtner und Constantini den Medien. "Es war absehbar, dass man im Direktorium keine Mehrheit für die Vertragsverlängerung von Constantini erzielen wird", erklärte Windtner.

Der Teamchef erklärte die Entwicklung um seine Person mit einem Gesetz des Fußballs: "Fakt ist, dass wir zu viele Niederlagen kassierten. Das ist immer ein Grund, einen Trainerwechsel zu vollziehen. Ich habe es erwartet, daher hält sich die Enttäuschung in Grenzen."

Neues Profil

Sollte der ÖFB schon in den nächsten Wochen bei seiner Teamchef-Suche fündig werden, könnte Constantinis Nachfolger die zwei Auswärtsspiele schon zum Einstand absolvieren. Windtner wand sich und ließ dafür mit einer interessanten Aussage aufhorchen: "Wir müssen erst das Anforderungsprofil aktualisieren und den modernen Gegebenheiten anpassen."

Das im Verband also noch nicht überarbeitete Profil soll innerhalb der nächsten zehn Tage erstellt werden. Der neue Mann muss jedenfalls über ein Mindestmaß an Deutschkenntnissen verfügen. "Er muss besser Deutsch sprechen als Karel Brückner." Die Latte liegt also nicht hoch.

Windtner zeigte sich erfreut, dass man eine Interimslösung vermeiden konnte und wehrt sich gegen die Kritik, es handle sich um eine typisch österreichische Lösung. "Das war eine konsequente Vorgangsweise."

Das wiederum ist Ansichtssache.

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(kurier / Alexander Strecha, Andreas Heidenreich) Erstellt am
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