Sport | Fußball 12.12.2011

Chelsea macht englische Liga spannend

Blauer Jubel: Kapitän Terry und Torschütze Meireles. © Bild: EPA

Tabellenführer Manchester City kassiert an der Stamford Bridge die erste Saisonniederlage.

Regungslos nahm Balotelli die Glückwünsche seiner Kollegen entgegen.
© Bild: REUTERS

Während die Chelsea-Fans noch damit beschäftigt waren, ihr riesiges "Pride of London"-Transparent einzurollen, stand es schon 0:1. Agüero spielte zwei Gegner aus und einen herrlichen Pass in die Schnittstelle der Chelsea-Abwehr, Balotelli startete genau im richtigen Moment, umkurvte Goalie Cech und schob nach 98 Sekunden zum 1:0 für Manchester City ein. Der Italiener trifft momentan wie am Fließband, es war sein achtes Tor in den letzten zehn Premier-League-Partien. Das ist umso bemerkenswerter, da Balotelli in diesen zehn Spielen durchschnittlich nur 50 Minuten am Platz stand. Bemerkenswert ist auch Balotellis Privatleben. Vor dem Derby gegen United wollte er mit Freunden Feuerwerke aus dem Badezimmerfenster zünden. Dabei fing ein Handtuch und später das ganze Haus Feuer. Die Feuerwehr musste den Brand löschen, Balotelli ins Freie flüchten und die Nacht im Hotel verbringen. Keine 48 Stunden später demolierte City angeführt von einem überragenden Balotelli United mit 6:1. Auch vor dem Chelsea-Match sorgte der Italiener für Schlagzeilen. In der Nacht von Samstag auf Sonntag packte ihn der Hunger, er besuchte um 1:30 Uhr einen Nobel-Inder in Manchester, ließ sich mit Fans fotografieren und schrieb Autogramme. Balotelli verstieß damit gegen eine Klubregel, die nächtliche Ausflüge 48 Stunden vor einem Spiel untersagt. Laut englischen Medien musste er für das späte Curry 180.000 Euro Strafe zahlen.

Aus dem Nichts

Auch im Monday-Night-Game wurden Balotelli & Kollegen für wenig hart bestraft. Denn obwohl es in London regnete, fiel Chelseas Ausgleich aus heiterem Himmel: Sturridge tankte sich rechts durch, Meireles verwertete die halbhohe Flanke aus zehn Metern volley (34.). Der Ausgleich tat nicht nur dem umstrittenen Chelsea-Coach Andre Villas-Boas gut, der für Sturridge und Meireles die Superstars Lampard und Torres auf der Bank schmoren ließ, sondern auch seinem Team, das fortan das Spiel ausgeglichen gestaltete.

Gelb-Rot

Die Vorentscheidung: Clichy sah Gelb-Rot.
© Bild: REUTERS

Nach der Pause sah City-Verteidiger Gaël Clichy binnen zwölf Minuten zwei Mal Gelb. Chelsea spielte mehr als eine halbe Stunde in Überzahl und übernahm das Kommando.Es war wieder ein Pfiff des Schiedsrichters, der die Partie endgültig drehte und Manchester Citys erste Saisonniederlage besiegelte: Ein Sturridge-Schuss landete am Arm von City-Verteidiger Lescott, den fälligen Elfmeter verwandelte der eingewechselte Lampard sicher (82.).Citys Vorsprung auf Manchester United schmolz durch die 1:2-Auswärtsniederlage auf zwei Punkte, Chelsea ist mit sieben Punkten Rückstand nun Dritter vor den Londoner-Lokalrivalen Tottenham und Arsenal.

Weiterführende Links

( Kurier ) Erstellt am 12.12.2011