Edinson Cavani ist in dieser Saison der Torgarant in Paris.

© REUTERS/BENOIT TESSIER

Fußball
02/14/2017

Champions League: PSG sinnt auf Revanche

Zum Achtelfinal-Auftakt gastiert Barcelona in Paris, während Dortmund den Gang nach Lissabon antritt.

Paris St. Germain will den FC Barcelona in einem Champions-League-Dauerbrenner der jüngsten Zeit wieder einmal übertrumpfen. Zum dritten Mal in den vergangenen fünf Jahren stehen einander die beiden Großclubs in der K.o.-Phase gegenüber. 2013 und 2015 obsiegte Barca jeweils im Viertelfinale. Am Dienstagabend (20.45 Uhr) empfängt PSG die Katalanen nun im Achtelfinal-Hinspiel.

Das zweite Duell in den Auftaktspielen der Königsklasse im neuen Jahr steigt in Lissabon. Borussia Dortmund will nach dem blamablen 1:2 in Darmstadt beim portugiesischen Rekordmeister Benfica das "wahre Gesicht" zeigen. In der Champions League bot der BVB im Herbst imposante Vorstellungen. 21 Treffer erzielte Dortmund in der Gruppenphase und sorgte damit für einen Rekord.

Offensivabteilungen in Topform

Im Pariser Prinzenpark strebt Barcelona den ersten Schritt zur zehnten Viertelfinal-Teilnahme in Folge an. Zuletzt schoss sich Spaniens Meister mit einem 6:0 bei Alaves für die Aufgabe ein. Die blaurote Tormaschine mit Luis Suarez, Neymar und Lionel Messi trafen dabei wie gewohnt. Dem Trio an Toren gemessen nicht nach stand in den vergangenen Wochen aber Edinson Cavani.

14 Treffer in den vergangenen 12 Ligaspielen stehen für den Uruguayer in den Diensten von PSG aktuell zu Buche. Seitdem sich Zlatan Ibrahimovic im Sommer verabschiedet hat, blüht Cavani auf. 25 Tore hat "El Matador" - er feiert am Dienstag seinen 30. Geburtstag - in der laufenden Saison der Ligue 1 bereits erzielt. 19 waren es in der gesamten Vorsaison. "Wir wissen, dass wir eine Mannschaft haben, die gegen Barcelona oder Madrid gewinnen kann", sagte Cavani vor dem Spiel.

Nicht unwesentlich könnte das Duell für die Zukunft von PSG-Coach Unai Emery sein. Der Baske wurde im Sommer vom FC Sevilla geholt, die Clubbesitzer aus Katar haben nicht weniger als das Halbfinale als Ziel in der Champions League anvisiert. Zwar wäre das Aus gegen Barcelona nicht wirklich überraschend, aber dennoch eine weitere Enttäuschung für Frankreichs Serienmeister.

Draxler überzeugt

Nach Startschwierigkeiten unter Emery kam PSG im neuen Jahr jedenfalls auf Touren. Nach zehn Spielen stehen für den in der Ligue 1 aktuell zweitplatzierten Titelverteidiger neun Siege und ein Remis, ein 1:1 gegen Tabellenführer Monaco, zu Buche. Zu überzeugen vermochte der im Winter von Wolfsburg geholte Deutsche Julian Draxler. "Das Spiel kommt uns gerade recht. Zu Saisonbeginn wäre ich beunruhigt gewesen, aber nun läuft alles", sagte Mittelfeldmann Marco Verratti.

Barcelona reiste dennoch als Favorit nach Paris. Zwar fehlen den Katalanen mit Javier Mascherano und dem in Alaves schwer bedienten Aleix Vidal zwei Verletzte, Sergio Busquets und Andres Iniesta sind jedoch wieder fit. Als Albtraum für PSG-Trainer Emery wurde dieser Tage Superstar Messi bezeichnet. Der Argentinier hat gegen von diesem betreute Mannschaften überdurchschnittlich oft getroffen. In 23 Duellen mit Barcelona während seiner Trainerkarriere gelang Emery nur ein Sieg - als Messi nicht am Spielfeld stand.

Dortmund erwartet schwieriges Spiel

Im Estadio da Luz von Lissabon will Dortmund auf internationaler Bühne wieder in die Spur finden. "Wir haben bisher in der Champions League gute Spiele gemacht. Das soll so bleiben", sagte Kapitän Marcel Schmelzer. Einfach wird es beim portugiesischem Meister und aktuellen Tabellenführer aber nicht werden. "Benfica ist mit Abstand der größte Club in Portugal. Einer, der mit seiner Wucht enorme Dynamik entfachen kann", warnte Sportdirektor Michael Zorc.

Immerhin erreichte Benfica im Vorjahr das Viertelfinale und scheiterte nur knapp an Bayern München (2:2, 0:1). Weniger respektabel ist dagegen die aktuelle Bilanz in der Champions League. Die "Adler" holten in der Gruppenphase nur acht Punkte und damit die wenigsten aller noch im Bewerb verbliebenen Clubs. Benfica bangte vor dem Spiel auch um den angeschlagenen brasilianischen Torjäger Jonas. Ein besonderes Jubiläum könnte dessen Landsmann Luisao feiern: Der seit Montag 36-jährige Innenverteidiger steht vor seinem 500. Spiel für Benfica.

Götze spielt bei Dortmund keine Rolle

Es ist die 113. Spielminute im WM-Finale 2014, als Mario Götze sehenswert zum 1:0 gegen Argentinien trifft und sich so für Fußball-Deutschland unsterblich macht.

Ein Jahr zuvor: Vor dem Champions-League-Finale zwischen Bayern und Dortmund wird bekannt, dass Götze den BVB in Richtung München verlassen wird. Ein Transfer, der hohe Wellen schlägt.

Im Star-Ensemble der Münchner findet sich der sensible Mittelfeldspieler nicht zurecht. Zwar wird er in jedem seiner drei Jahre bei Bayern Meister und gewinnt zwei Mal den Cup, doch sein Beitrag dazu ist ein kleiner. Daran konnte auch das WM-Goldtor von Rio nichts ändern. Im Sommer zog es Götze zurück zu seinem Jugendverein Dortmund. Doch sein großer Förderer Jürgen Klopp war in der Zwischenzeit durch Thomas Tuchel ersetzt worden. So wurde es bisher nichts mit dem erhoffen Neuanfang.

Systemfrage

Zudem kamen zuletzt Gerüchte auf, Tuchel hätte für den hochveranlagten Götze keine Verwendung. Seit der Winterpause stand er gerade einmal 24 von möglichen 450 Pflichtspielminuten auf dem Platz.

Dortmunds System benötigt Spieler mit hohem Tempo. Für Götze, dessen Stärke vor allem seine technischen Fähigkeiten sind, bleibt da nur selten Platz. Und das, obwohl die Dortmunder in dieser Saison häufiger mit Verletzungsproblemen konfrontiert waren. Bereits fünf Mal saß Götze bei Tuchel über 90 Minuten auf der Bank. Das war ihm in drei Jahren in München insgesamt nur vier Mal passiert. Im Hinspiel des Achtelfinales bei Benfica (die zweite Dienstag-Partie lautet Paris SGBarcelona) fehlt Götze nun wegen muskulärer Probleme. Wie bereits im DFB-Pokal gegen Hertha und der Bundesliga-Pleite in Darmstadt.

Götze selbst äußert sich nur selten zu seiner persönlichen Situation. Experten dafür umso öfter. Ein Vorwurf an den Offensivspieler lautet, dass er zu wenig um seinen Platz kämpfen würde. So kritisierte der ehemalige DFB-Torhüter Jens Lehmann Götze nach dem WM-Qualifikationsspiel Deutschlands in Norwegen vergangenen September mit den Worten: "Mir fehlt bei ihm jeder Einsatzwille."

Dabei hat Dortmund aktuell andere Probleme als die Personalie Mario Götze. Denn wegen der Ausschreitungen beim Spiel gegen Leipzig muss Dortmund beim kommenden Match gegen Wolfsburg auf 25.000 Fans auf der Südtribüne verzichten, die gesperrt bleibt. Zudem muss Dortmund 100.000 Euro zahlen.

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