Sport | Fußball 25.02.2015

Roger Schmidt: Erst gefeiert, nun gescholten

Große Ziele: Roger Schmidt trifft mit Leverkusen auf Atlético Madrid. In der Champions League will man auch im nächsten Jahr spi… © Bild: APA/EPA/Maja Hitij

Der 47-Jährige steht in Leverkusen in der Kritik und gegen Atlético vor seiner größten Aufgabe.

Die Euphorie war groß im Sommer bei Bayer Leverkusen. Mit Roger Schmidt wurde ein neuer Trainer geholt, um 37 Millionen Euro wurden neue Stars gekauft. Dazu kam ein 2:0-Auftaktsieg in der Bundesliga in Dortmund. Mittlerweile ist längst alles anders. Dortmund zu besiegen, gelang in den letzten Monaten nicht nur Leverkusen, dazu stellte sich nach dem perfekten Start der Erfolg nicht dauerhaft ein. Der Hurra-Fußball von Roger Schmidt, geprägt durch extremes Angriffspressing, ist längst nicht mehr in aller Munde. Zu lückenhaft, zu anfällig in der Defensive hat man sich in den letzten Wochen wieder präsentiert.

Starke Gegner mit höherer individueller Klasse wissen den Raum, der ihnen vom hoch verteidigenden System des Ex-Salzburg-Trainers geboten wird, offenbar auch besser auszunützen als Spieler der österreichischen Liga.

"Nicht alles Roger"

Neun Gegentore in den letzten drei Partien waren offenbar auch dem deutschen Boulevard zu viel: Knallhart war die Medienschelte, die Roger Schmidt einstecken musste. "Herr Schmidt, was haben Sie mit den 37 Millionen gemacht?" fragte etwa die Bild. "Bei Bayer Leverkusen ist nicht alles Roger", lästerte der Express.

Gut drauf: Godin und Atlético schossen zuletzt auch Real ab.
Atletico Madrid's Diego Godin (rear) kicks the ball as Real Madrid's Sammi Khedira defends during their Spanish first division s… © Bild: REUTERS/SERGIO PEREZ
Dass Schmidt oft dünnhäutig auf diverse Fragen nach verpatzten Partien reagiert, spielt seinen Kritikern in die Karten. Der Druck wächst, je näher es dem Saisonende zugeht. Denn Leverkusen ist auch etwas verwöhnt. Zum dritten Mal in Serie spielt man in dieser Saison in der Champions League. Die Gefahr ist bei vier Punkten Rückstand auf Platz drei groß, dass diese Serie reißen wird. Und auch für eine Qualifikation als Titelverteidiger wird es eher nicht reichen: Im Achtelfinale gegen Atlético Madrid ist man heute krasser Außenseiter.
Erstellt am 25.02.2015