Sport | Fußball
19.04.2017

CL: Dortmund meidet die Öffentlichkeit

Ablenkung soll helfen, den Bombenanschlag von vergangener Woche zu verarbeiten.

Am vergangenen Dienstag ist es vor dem Champions-League-Heimspiel gegen Monaco auf dem Weg zum Stadion zum aufsehenerregenden Sprengstoffanschlag gegen den Bus der Dortmunder Fußballprofis gekommen. Was seither geschehen ist?

Dortmund verlor das Hinspiel mit 2:3, gewann am Samstag darauf gegen Frankfurt in der Bundesliga mit 3:1. Ohne Ergebnis verlief bisher die Fahndung nach den Attentätern.

Die Dortmunder versuchen inzwischen, dem Medienrummel auszuweichen. Für eine ruhige Aufarbeitung der Geschehnisse bleibt keine Zeit. Wie geht es den Spielern? Tormann Roman Bürki erzählt, er schrecke "nachts noch immer auf". Kapitän Marcel Schmelzer stellt fest, dass das Gefühl leider nicht viel besser geworden sei. Am Mittwoch erfolgt dennoch das Rückspiel in der Königsklasse im Fürstentum (20.45 Uhr/live ZDF und Sky).

Bürki sieht allerdings auch die Vorteile, die das prall geführte Programm mit sich bringt: "Es ist gut, dass wir einen so engen Spielplan haben und ich nicht auf der Couch sitzen und immer daran denken muss, was passiert ist."

Sonst gibt sich die Mannschaft zugeknöpft. Kurz vor dem Abflug nach Nizza stand kein Spieler für Interviews zur Verfügung. Die Statements gaben Geschäftsführer Watzke und Sportdirektor Zorc. Dieser betonte angesichts der besonderen Umstände: "Wir haben keine Erwartungshaltung an die Mannschaft." Realistisch schätze man die Aussichten ein, nach dem 2:3 im Hinspiel zum insgesamt vierten Mal das Halbfinale der Champions League zu erreichen. Watzke hat Hoffnung: "Wir sind keine Träumer. Wir wissen, dass die Chance klein ist – aber es gibt eine."

Heimstarkes Monaco

Marco Reus soll nach sechswöchiger Zwangspause (Muskelfaserriss) in der kompletten Spielzeit zum Einsatz kommen und für den nötigen Umschwung sorgen.

Monaco hat jedoch als Tabellenführer der Ligue 1 im laufenden Wettbewerb fünf seiner sechs Heimspiele im Stade Louis II gewonnen.

Die Monegassen hatten am vergangenen Wochenende Mühe, eine halbwegs gelungene Generalprobe hinzulegen: Die Mannschaft von Trainer Leonardo Jardim setzte sich knapp gegen Aufsteiger Dijon 2:1 durch.