Sport | Fußball
03/25/2016

Burgstaller: "Fußball wird in Deutschland anders gelebt"

Der Team-Rückkehrer fühlt sich in Nürnberg pudelwohl.

Dank konstant starker Leistungen beim 1. FC Nürnberg hat Guido Burgstaller nach zweijähriger Pause wieder den Weg zurück ins österreichische Nationalteam geschafft. Mit elf Treffern und acht Assists in der laufenden Saison der zweiten deutschen Liga ist der Kärntner maßgeblich am derzeitigen Erfolgslauf der Franken beteiligt.

Nürnberg ist seit 17 Meisterschaftspartien ungeschlagen. Die jüngsten fünf Partien wurden allesamt gewonnen, zuletzt gab es ein 3:1 gegen RB Leipzig mit einem Burgstaller-Tor - nun winkt dem Tabellendritten der Aufstieg ins Oberhaus. "Aber bis dahin ist es noch ein hartes Stück Arbeit", betonte der 26-Jährige, der für den an Zahnproblemen leidenden Marcel Sabitzer ins ÖFB-Team nachnominiert worden war.

Burgstaller wechselte im Sommer 2014 von Rapid zu Cardiff City. Bald danach aber kam es bei den Walisern zu einem Trainerwechsel, und plötzlich stand der Offensivspieler auf dem Abstellgleis. "Ich bin einfach ohne Begründung zur U23-Mannschaft abgeschoben worden", berichtete Burgstaller im Teamcamp in Stegersbach.

"Das hat mich weitergebracht"

Dennoch möchte der siebenfache ÖFB-Internationale die Erfahrungen in Wales nicht missen. "Ich habe viele, auch negative, Sachen kennengelernt und weiß jetzt, wie ich damit umgehen kann. Das hat mich weitergebracht."

Richtig aufblühen konnte Burgstaller aber erst wieder nach seinem Wechsel zu Nürnberg im Jänner 2015. "Ich bin dort sofort gut aufgenommen worden und fühle mich sehr wohl."

"Fußball wird dort anders gelebt"

Die zweite deutsche Liga sei "vom Physischen her" über das österreichische Oberhaus zu stellen. "Aber ich denke schon, dass zum Beispiel Rapid vorne dabei wäre", vermutete Burgstaller. Die größten Unterschiede zwischen Österreichs erster und Deutschlands zweiter Liga gebe es beim Fan-Zuspruch und bei der Infrastruktur. "Der Fußball wird dort einfach anders gelebt."

Burgstallers Vertrag läuft noch bis 2017, daher denkt er nach eigenen Angaben derzeit nicht an einen Transfer. "Ich konzentriere mich voll auf Nürnberg, alles andere ist weit weg von mir."

Bei den Franken agiert Burgstaller zumeist als hängende Spitze, also auf einer Position, die es in dieser Form im ÖFB-Team gar nicht gibt. In der Nationalmannschaft kam der Kärntner ebenso wie bei Rapid am Flügel zum Einsatz. "Aber ich spiele dort, wo mich der Trainer aufstellt."

Gedränge um Kaderplätze

Auf seine Aufstellung hofft Burgstaller in den bevorstehenden Länderspielen am Samstag gegen Albanien und am Dienstag gegen die Türkei - dadurch könnte er sich für einen Kaderplatz bei der EM interessant machen. Sollten alle ÖFB-Teamspieler fit bleiben, ist die Chance des Kärntners auf eine EURO-Teilnahme aber eher gering, wie auch Burgstaller weiß. "Wie es kommt, so kommt's. Ich bin einfach froh, nach zwei Jahren wieder beim Team zu sein und etwas dazulernen zu können."

Seit seiner bisher letzten ÖFB-Nominierung vor zwei Jahren habe sich einiges geändert. "Man merkt schon, dass die Mannschaft sehr eingespielt ist, dass etwas entstanden ist und ein gewisses Selbstvertrauen da ist", erzählte Burgstaller.