Kusters Ausraster könnte ein doppeltes Nachspiel haben.

© Georg Diener Agentur Diener/DIENER / Alex Domanski

Sport | Fußball
04/25/2016

Bundesliga-Skandal: "Jude-, Jude"-Rufe in Mattersburg

Antisemitische Äußerungen bei der 0:9-Niederlage gegen die Wiener Austria.

Die Bundesliga hat ein Problem mit Antsemitismus in einem österreichischen Stadion. Denn in der Sky-Übertragung der Partie Mattersburg gegen Austria (0:9) wurde aufgezeichnet: "Jude, Jude, Jude" schrie ein Zuschauer gefolgt von einem "Scheiß Judenverein", das nach der Stimmlage eher von einem anderen Zuseher stammte.

Den Videobeweis finden Sie im Video unter diesem Link.

Auslöser für die verbalen Fehltritte war eine Szene, die den Strafsenat der Bundesliga beschäftigen wird: Austria-Stürmer Larry Kayode war nach einem Solo von Mattersburg-Spieler Manuel Prietl im Strafraum gefoult worden. Schiedsrichter Markus Hameter zeigte dem Burgenländer regelkonform die Rote Karte wegen der Verhinderung einer klaren Torchance.

Attacke gegen Schiedsrichter

Das sah Mattersburg-Keeper Markus Kuster ganz anders. Der 21-Jährige attackierte den Schiedsrichter nicht nur verbal, sondern wurde auch handgreiflich und sah ebenfalls - natürlich auch zurecht - die Rote Karte. Die beiden Ausschlüsse waren der Auslöser für die antisemitischen Äußerungen gegen die Austria von ein paar Mattersburg-Fans unter den 5800 Zuschauern im Pappelstadion.

Wie lange Kuster und Prietl gesperrt werden, wird heute um 18.00 Uhr feststehen. Ob die Bundesliga auch ein Verfahren wegen der antisemitischen Ausfälle gegen die Austria einleiten wird, ist bis dato offen. Eine Anfrage des KURIER wurde noch nicht beantwortet.