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09.03.2014

Rapid rettet Remis bei Wacker Innsbruck

Deni Alar bewahrt die Hütteldorfer mit seinem Treffer in der 88. Minute vor einer Niederlage.

Waren das noch Zeiten, als das Duell Innsbruck vs. Rapid für Spielkultur und Spitzensport stand, für Esprit und Energie und für Fußballunterhaltung auf höchstem Niveau. Von Ruhm und Glanz scheint wenig über, wie das jüngste Duell der beiden Traditionsvereine offenbarte. Im Tivolistadion traf am Sonntag Hilflosigkeit auf Hektik, und Unvermögen auf Verunsicherung.

Aber es hatte sich in den letzten Wochen schon abgezeichnet, dass Wacker gegen Rapid diesmal kein Match für Fußballästheten werden würde. Auf der einen Seite das Schlusslicht aus Tirol, das in den letzten sieben Partien einen Zähler erobern konnte; auf der anderen der Rekordmeister aus Hütteldorf, der nur eines der letzten acht Spiele gewonnen hat – viel Kampf und Krampf waren da schon programmiert.

Schlussoffensive

Am Ende sollte keine Negativserie reißen. Alar rettete Rapid mit seinem Kopfballtreffer kurz vor dem Schlusspfiff einen Punkt. Das 1:1 hilft freilich keiner der beiden Mannschaften weiter: weder Rapid im Kampf um einen internationalen Startplatz, geschweige Wacker im Kampf um den Klassenerhalt.

Die Innsbrucker beherzten die Aufforderung der Anhänger, die der Mannschaft eine Botschaft mit in die Partie gegeben hatten: „Kämpfen bis die Fetzen fliegen, heute Rapid Wien besiegen.“

Mit dem aggressiven Spielstil zog der Abstiegsanwärter den Rapidlern sichtlich den Nerv. Die Wiener waren zwar fast ständig im Besitz des Balles, sie wussten mit der Kugel und der Überlegenheit aber erschreckend wenig anzufangen. So blieben zwei Freistöße von Hofmann die magere Ausbeute der Wiener Offensivbemühungen in Hälfte eins.

Sekundenschlaf

Zugegeben, Wacker war um keinen Deut angriffslustiger und gefährlicher, aber die Tiroler agierten diesmal effizient und bestraften nach 18 Minuten den kollektiven Sekundenschlaf der Rapid-Abwehr. Erst übersahen die Wiener Ji-Parana, der seelenruhig flanken konnte, dann wurde Hinterseer im Strafraum allein gelassen, und zu schlechter Letzt ließ auch noch Goalie Novota den Kopfball passieren – 0:1.

Erst nach der Pause nahm die Partie Fahrt auf, wobei sich die Rapidler bei ihrer Jagd auf den Ausgleich mitunter äußerst tollpatschig anstellten. Und als zehn Minuten vor Schluss Schaub und Burgstaller fast schon in Slapstick-Manier fahrlässig das 1:1 vergaben, schien der erste Innsbrucker Sieg in der Ära Streiter Formen anzunehmen.

Am Ende zeigte das Powerplay der Rapidler bei den beherzt kämpfenden Innsbruckern aber doch Wirkung, der eingewechselte Alar hatte nach einer Flanke von Sabitzer leichtes Spiel, um im hektischen Finish den Auswärtszähler zu sichern (88.).

Bilder vom Bundesliga-Wochenende

Ergebnis und Tabelle

FC Wacker Innsbruck - SK Rapid Wien 1:1 (1:0)

Innsbruck, Tivoli Stadion Tirol, 6.213, SR Schörgenhofer.


Tore: 1:0 (18.) Hinterseer
1:1 (88.) Alar

Innsbruck: Safar - Bergmann, Djokic, Vucur, Nitzlnader - Kofler (46. Wallner), Ji-Parana - Schütz, Milosevic (79. Siller), Hinterseer - Edomwonyi (55. Gründler)

Rapid: Novota - Trimmel, Sonnleitner, Behrendt, Schrammel - Wydra, Petsos (87. Grozurek) - Schaub (81. Alar), Hofmann (68. Burgstaller), Sabitzer - Boyd

Gelbe Karten: Schütz, Vucur, Djokic, Ji-Parana bzw. Sonnleitner

Tabelle

Streiter: "Ein gerechtes Remis, das aber sehr bitter ist"

Michael Streiter (Innsbruck-Trainer): "Es war ein gerechtes Remis, das aber sehr bitter ist. Wir müssen mit unseren Mitteln fighten, das hätte fast gereicht. In der zweiten Hälfte war niemand mehr da, der Ruhe hineinbringen konnte. Wir wollten mit zwei Stürmern das richtige Zeichen setzen. Leider hat es wieder nicht ganz gereicht. Ich glaube aber absolut noch an die Mannschaft."

Zoran Barisic (Rapid-Trainer): "In der ersten Hälfte sind wir nicht gut in die Gänge gekommen, das darf so nicht passieren. In der Folge hat sich die Mannschaft aber sehr bemüht. Mit dem Resultat sind wir natürlich nicht so zufrieden, die Leistung war aber nicht so schlecht. Es war nur in der zweiten Hälfte so wie in Salzburg. Schade, dass wir nicht von Beginn an so gespielt haben."