Jonatan Soriano und seinen Salzburger Kollegen wollte kein Treffer gelingen.

© APA/GEORG HOCHMUTH

Bundesliga
12/06/2015

Mattersburg trotzt Salzburg ein Remis ab

Die Burgenländer kommen gegen den Meister mit Glück und Geschick zu einem 0:0.

Der Trainereffekt bei Red Bull Salzburg ist ausgeblieben. Der Meister kam in der Bundesliga am Sonntag auch bei der Premiere von Interimscoach Thomas Letsch nicht wirklich in Schwung. Die Salzburger mussten sich bei Aufsteiger SV Mattersburg mit einem 0:0 zufriedengeben und verpassten den Sprung an die Tabellenspitze. Ein Punkt fehlt dem Tabellenzweiten auf Herbstmeister Austria Wien.

Das Spitzentrio ist nach 19 Runden damit nur noch durch einen Zähler getrennt. Rapid liegt nach Punkten gleichauf mit Salzburg auf Rang drei. Nächsten Sonntag kommt es zum Jahresabschluss in Salzburg zum direkten Duell. Die kriselnden Mattersburger landeten vor 5.200 Zuschauern erst den zweiten Punktgewinn in den vergangenen sechs Runden und liegen fünf Zähler vor Schlusslicht SV Ried auf Rang sechs.

Systemumstellung

Letsch stellte vom 4-4-2-System von Vorgänger Peter Zeidler auf ein 4-3-3 um. Kapitän Jonatan Soriano agierte im Sturmzentrum, statt Omer Damari begann auf dem Flügel erstmals der Südkoreaner Hwang Hee-chan. Der 19-Jährige hatte unter Letsch bisher beim Farmteam FC Liefering überzeugt. In der zweithöchsten Spielklasse hält Hwang bei elf Toren und sechs Assists. Er ist bereits der 28. Spieler, den Salzburg in dieser Ligasaison eingesetzt hat.

Den gesperrten Rechtsverteidiger Christian Schwegler ersetzte Stefan Lainer. Statt Yasin Pehlivan begann im Mittelfeldzentrum Konrad Laimer. Dazu fehlte der wegen "unprofessionellem Verhalten" zuletzt nicht berücksichtigte ÖFB-Verteidiger Martin Hinteregger - laut Clubangaben wegen einer Oberschenkelprellung. Mattersburg musste vor den Augen von ÖFB-Teamchef Marcel Koller auf den erkrankten Jungnationalspieler Karim Onisiwo verzichten.

Keita im Pech

Die Salzburger begannen ambitioniert, trafen durch Naby Keita nach einer schönen Kombination über Andreas Ulmer und Soriano auch früh die Stange (8.). Mattersburg stellte sich aber mit Fortdauer der ersten Hälfte besser auf den Gegner ein, ließ wenig zu und kam selbst zu einer Großchance: Vitalijs Maksimenko verfehlte das Tor nach Freistoßflanke von Jano völlig freistehend per Kopf (11.).

Salzburg war die spielbestimmende Mannschaft, mitunter fehlten rund um den Strafraum aber die Ideen. Mattersburg hielt mit Zweikampfstärke dagegen. Ein Lainer-Kopfball ging ans Außennetz (35.). Takumi Minamino schoss nach Soriano-Zuspiel aus aussichtsreicher Position drüber (38.), der Kapitän selbst aus spitzem Winkel daneben (43.).

Kuster-Paraden

Nach Seitenwechsel rückte Markus Kuster in den Mittelpunkt. Der Mattersburg-Goalie parierte einen Volley von Minamino (50.) ebenso glänzend wie einen Versuch von Duje Caleta-Car aus kurzer Distanz (51.). Auch bei einem Schuss von Valon Berisha war Kuster auf dem Posten (50.). Auf der Gegenseite musste Alexander Walke bei einem Kopfball von Markus Pink eingreifen (58.).

Keita traf aus der Drehung ein weiteres Mal die Stange (72.), ansonsten wurden die Salzburger aber nicht mehr zwingend. Der Titelverteidiger musste sich damit zum vierten Mal in den vergangenen sechs Runden mit einem Remis begnügen. In dieser Phase gelang mit einem 3:1 gegen Sturm Graz nur ein einziger Sieg.

Mattersburg durfte sich nach vier Niederlagen in den vergangenen fünf Heimspielen zumindest wieder über einen Punktgewinn freuen. Einen Torerfolg hat das Team von Ivica Vastic aber schon seit mehr als 300 Minuten nicht bejubelt.

Ergebnisse, Tabelle

SV Mattersburg - Red Bull Salzburg 0:0

Pappelstadion, 5.200 Zuschauer, SR Weinberger.

Mattersburg: Kuster - Höller, Rath, Mahrer, Maksimenko - Jano - Farkas, Spranger (79. Perlak), Prietl, Novak (70. Templ) - Pink (65. Ibser)

Salzburg: Walke - Lainer (74. Lazaro), Miranda, Caleta-Car, Ulmer - Berisha, Laimer, Keita - Hwang (79. Damari), Soriano, Minamino (67. Mukhtar)

Gelbe Karten: Höller bzw. Soriano, Caleta-Car, Miranda

Freund: "Ein Punkt ist zu wenig"

Ivica Vastic (Mattersburg-Trainer): "Das war sehr gut. Wir wollten ungeschlagen bleiben, das haben wir erreicht. Wir haben vor dem Spiel eine schwierige Situation gehabt. Mit der Krankheit von Karim Onisiwo und dem Ausfall von Thorsten Röcher waren wir in der Offensive etwas begrenzt. Wenn wir gegen die beste Offensive der Liga zu Null spielen, spricht das für die Abwehrleistung. Die Jungs haben das heute wirklich sensationell gemacht. Sie haben wieder den Teamgeist auf dem Platz gehabt, der uns schon in der zweiten Liga ausgezeichnet hat."

Thomas Letsch (Salzburg-Interimstrainer): "Die Chancen waren da, aber unter dem Strich wird ein Spiel durch Tore entschieden. Wir haben hinten fast nichts zugelassen. Nach vorne war die letzte Konsequenz, dass der Ball nicht an den Pfosten, sondern ins Tor geht, dann nicht da. Wir tun gut daran, im Moment nicht so sehr auf die Tabelle zu schauen. Das machen genügend andere. Für uns ist es wichtig, die Spiele erfolgreich zu gestalten. Der Auftritt in der zweiten Hälfte muss uns positiv stimmen."

Christoph Freund (Salzburg-Sportchef): "Von der Mentalität und von der Leidenschaft, die wir gezeigt haben, war es schon positiv. Das Ergebnis ist nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben. Ein Punkt ist einfach zu wenig. Thomas Letsch sollte neue Energie und Schwung reinbringen. Das hat man auch gesehen. Wir haben uns noch nicht festgelegt, wer im Frühjahr unser Trainer sein wird. Wir haben es so gesagt, dass Thomas für zwei Spiele unser Trainer ist. Weiter denken wir noch nicht. Wir haben am Sonntag noch ein sehr wichtiges Spiel (gegen Rapid). Da gilt es, die ganze Energie reinzustecken."

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