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22.09.2015

Bundesliga-Bilanz: So lief das erste Viertel

Die positiven und die negativen Auffälligkeiten der ersten neun von 36 Runden der Saison 2015/’16.

Schnell ist es vergangen, viel ist passiert. Das erste Saisonviertel haben die österreichischen Bundesliga-Fußballer schon hinter sich gebracht. Rapid steht trotz Zusatzbelastung auf Platz eins vor den Überraschungsteams Admira und Mattersburg. Ganz hinten liegt der WAC, der vor einem Jahr noch nach neun Runden die Tabelle angeführt hatte.

Was war positiv, was negativ? Ein Rückblick ...

Positiv

Rapids Energie
Das Europacup-Engagement macht dem Tabellenführer noch nicht viel aus. Das 2:0 im Sonntag-Hit gegen Admira war der vierte Erfolg im fünften Spiel nach einer Europacup-Runde. Nur auf das bittere Champions-League-Aus gegen Donezk folgte in der Liga eine Enttäuschung: Rot in Minute 4 für Goalie Strebinger war für die Wiener zu viel, Mattersburg siegte 4:2.

Austrias Standards
Zwölf der 18 Tore erzielten die Wiener aus ruhenden Bällen – eine durchaus beeindruckende Quote auch dank eines Spielers. "Mister 100 Prozent" Alexander Gorgon, der Erste der Torschützenliste, verwertete alle fünf Elfer, zu denen er in dieser Saison anlaufen durfte.

Admiras Konto
Auch der KURIER hatte die Südstädter vor der Saison auf den letzten Platz gereiht. Die Admira bewies aber, dass mit wenig viel möglich ist. Gegen jeden Gegner hatten die Südstädter den Ball weniger als der Gegner. Trotzdem beendete der Abstiegskandidat den ersten Durchgang mit 17 Punkten auf Platz 2. Mehr Zähler hatten die Niederösterreicher nach neun Runden nur in der Aufstiegssaison 2011/’12 (18 Zähler).

Rieds Systemrückkehr
Nach dem Kolvidsson-Flop setzte Ried auf Altbewährtes. Paul Gludovatz kehrte nach dreieinhalb Jahren Pause ins Innviertel zurück und stellte sofort auf jenes unorthodoxe 3-3-3-1-System um, das schon einmal in Ried funktioniert hatte. Bisher mit Erfolg: Sieben Punkte in vier Spielen holte der Traineroldie mit seiner neuen, alten Mannschaft.

Mattersburgs Heimmacht
2:1 gegen Salzburg, 4:1 gegen Ried, 1:0 gegen Wolfsberg, 2:0 gegen Sturm – die Burgenländer haben als einziges Bundesliga-Team noch keinen Punkt zu Hause abgegeben. Dank der Festung Pappelstadion ist der Aufsteiger Dritter und beweist erneut, dass der sportliche Unterschied zwischen erster und zweiter Leistungsstufe in Österreich nicht allzu groß ist.

Negativ

Salzburgs Neue
Airton, Yabo und Damari praktisch nur verletzt, Stankovic und Miranda extrem fehleranfällig – mit den Juli-Neuzugängen hatte der Meister (noch) kein Glück. Das ist auch ein Grund, warum Titelverteidiger Salzburg das punkteschwächste erste Saisonviertel seit dem Jahr 2010 hinlegten.

Austrias Aufbauspiel
Rotpuller auf Windbichler, Rotpuller auf Shikov, Shikov auf Windbichler – und irgendwann auf Holzhauser oder Vukojevic. Austrias Defensivspieler haben das Querspielen auf ein neues Niveau gehoben. Modern ist das nicht, attraktiv ebenfalls nicht. Aber immerhin ist man mit diesem bremsenden Spielaufbau punktemäßig wesentlich besser als vor einem Jahr in die Saison 2014/’15 gestartet.

Rieds Trainerfehlgriff
Ein Punkt aus fünf Spielen, 3:14-Tore – schon Mitte August und nach nicht einmal zwei Monaten war die Ära von Trainer Helgi Kolvidsson in Ried zu Ende. Der Trainer verstand offensichtlich die Spieler nicht, die Spieler verstanden aber auch ihren Trainer nicht – eine Kombination, die einfach nicht funktionieren kann.

Wolfsberger Fehlstart
So schnell kann es gehen: Vor einem Jahr standen die Wolfsberger mit 21 Punkten aus neun Runden dank sieben Siegen auf Platz 1. In diesem Jahr haben die Kärntner nur fünf Punkte, nur ein Spiel gewonnen und sind Letzter. Trotzdem wird beim WAC auf Kontinuität gesetzt: Trainer Dietmar Kühbauer soll die Mannschaft wieder in die Erfolgsspur führen.

Grödigs Trauma
Alle Mannschaften wollen im Fußball zunächst eines: in Führung gehen, weil dann spielt es sich leichter. Nur Grödig nicht. Den Salzburgern gelang in sieben der neun Partien das 1:0, nur eine davon wurde gewonnen (4:1 gegen Ried). Gegen Austria, WAC und Salzburg wurde sogar ein 2:0-Vorsprung verspielt. Gegen die Wiener reichte es wenigstens zu einem Punkt (2:2), in Kärnten (2:3) und in der Red-Bull-Arena (2:4) wurde verloren.