Brasilien zu stark für die U20

Der U-20 ist bei der WM noch kein Tor gelungen. Ohne Treffer gegen Ägypten folgt bereits nach der Vorrunde der Heimflug aus Kolumbien.
Foto: ap

Brasilien besiegte das von Trainer Heraf umgebaute Team 3:0. Die Chance auf den Aufstieg ist aber gegen Ägypten noch da.

Ausgerechnet mit einer 3-3-3-1-Formation wollte Andreas Heraf Brasilien in die Knie zwingen. Mit jener taktischen Ausrichtung, die Paul Gludovatz in Österreich eingeführt und mit der er als Ried-Trainer schon viele Erfolge gefeiert hat.

Ein wenig pikant ist das Ganze, war es doch Ex-U-20-Teamchef Gludovatz, der seinen Nachfolger Heraf vor der WM in Kolumbien so massiv kritisiert hatte. Für Heraf, der Gludovatz daraufhin der Lüge bezichtigte, kein Grund, nicht eine taktische Idee seines größten Kritikers zu übernehmen. Warum auch nicht? Ein Patent hat der Ried-Coach schließlich nicht darauf.

Und es war wohl auch nicht die taktische Ausrichtung, die Österreich am Ende eine 0:3-Niederlage gegen Brasilien beschert hat. Wie schon gegen Panama waren die Österreicher sehr gut auf ihre Kontrahenten eingestellt, obwohl das Spielsystem laut Heraf erst "in der Nacht vor dem Spiel" feststand.

"Wir waren eine Halbzeit lang ebenbürtig", stellte Österreichs Kapitän Michael Schimpelsberger fest. Ja, sogar die Führung der rot-weiß-roten Auswahl gegen jene aus dem Land des vierfachen U-20-Weltmeisters lag in der Luft.

Vergebene Chancen

Aber wie schon am Freitag beim 0:0 gegen Panama konnten die Österreicher ihre Chancen nicht nutzen. Zwei Mal kam Andreas Weimann nach schön herausgespielten Chancen zum Abschluss. Zunächst scheiterte der Legionär von Aston Villa an Brasiliens Keeper Gabriel (10.), dann setzte er einen Kopfball knapp über das Tor (24.). "Es war schön zu sehen, dass die Brasilianer eine Zeit lang Probleme mit uns hatten", sagte Heraf.

Das dauerte 37 Minuten. Eine kurze Unachtsamkeit, ein Doppelpass zwischen den Brasilianern Casemiro und Coutinho und der Abschluss von Henrique zum 1:0 sollte die bis dahin kompakten Österreicher jedoch aus dem Konzept bringen.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit schlugen die Kicker vom Zuckerhut erneut zu. Tormann Radlinger kam gegen Danilo um einen Tick zu spät, den Elfmeter verwandelte Coutinho zum 2:0. "Dann haben sie mit uns gemacht, was sie wollten", musste Marcel Ziegl eingestehen. Das Tor zum 3:0 durch Willian entstand nach einer Traumkombination.

Letzte Hoffnung

Nach dem knappen 1:0-Sieg der Ägypter gegen Panama liegen die Österreicher in Gruppe E auf dem letzten Platz. Kein Beinbruch: Mit einem 2:0-Sieg über Ägypten am Donnerstag würden die ÖFB-Kicker auf Platz zwei klettern, wenn man davon ausgeht, dass Brasilien gegen Panama den erwarteten Sieg einfährt.

Selbst ein knapper Erfolg mit nur einem Tor Differenz würde Platz drei und mit vier Punkten die Aufstiegschance bedeuten. Schließlich steigen auch die vier besten Dritten aus den sechs Gruppen ins Achtelfinale auf. Allerdings erklärte Brasilien-Coach Franco: "Ägypten ist physisch und technisch stärker als Österreich."

(kurier / Andreas Heidenreich, Barranquilla) Erstellt am
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