Sport | Fußball 05.12.2011

Blatter als Meister des Ausweichens

Drei Tage vor der Auslosung zur WM 2014 schweigt der Chef des Fußball-Weltverbandes zu allen Vorwürfen.

Am Samstag wird wieder einmal gelost. Für die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien. Derartige Großveranstaltungen vor dem eigentlichen Großereignis sind die Bühne für den FIFA-Herrscher Joseph Blatter. Zuletzt von den Kritikern arg zerzaust, stellte er sich in Rio de Janeiro der Öffentlichkeit.

Seine Reaktionen auf die unangenehmen Themen der letzten Wochen: Stillschweigen zur lebenslangen Sperre seines früheren Mitstreiters und Konkurrenten um das Präsidentenamt Mohamed bin Hammam. Und ein nur vorsichtiger Kommentar zu den jüngsten Wortmeldungen von Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge.

Verwirrung

"Ich habe es nicht so gern, wenn in einer Pressekonferenz einfach von Korruption gesprochen wird. Ich möchte eine klare Frage haben", meint Blatter vor Beginn seiner Ausführung. Klare Antworten auf klare Fragen? Eine neue Seite des FIFA-Allmächtigen? Nicht unbedingt. Denn Blatter ließ postwendend wissen: "Keine Kommentare meinerseits zu den Entscheidungen des Ethikkomitees. Bitte haben Sie Verständnis für meine Lage, die FIFA soll jetzt arbeiten, damit wir unseren Ansprüchen gerecht werden können." So wartete man (wenig überraschend) vergeblich auf die konkrete Wortspende zur Causa Bin Hammam. Blatters einstiger Weggefährte hat vor Tagen Einspruch gegen die lebenslange Sperre angekündigt und einen Prozessmarathon angedroht.

Rückzieher

Wirklich fürchten muss sich das Oberhaupt des Fußball-Weltverbandes aber auch davor nicht. Wahrscheinlicher ist, dass der Emir von Katar den erfolgreichen Geschäftsmann zur Zurückhaltung aufruft. Denn sonst könnte die Weltmeisterschaft, die in elf Jahren in der Wüste geplant ist, doch noch einmal in Gefahr geraten.

Dem Aufruf zur "Revolution gegen den "täglichen Korruptionsprozess bei der FIFA" von Karl-Heinz Rummenigge, konterte Blatter überhaupt mit Unwissenheit: "Fragen Sie ihn, was er damit meint."

( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011