Harter Brocken: Atlético Madrid jubelt im eigenen Stadion regelmäßig.

© REUTERS/JUAN MEDINA

Champions League
04/27/2016

Champions League: Bayern zu Gast in der Hölle

Die Bayern müssen im Halbfinale bei Atlético Madrid im Estadio Vicente Calderón bestehen.

Nur 16 Gegentore in 35 Ligaspielen und fünf in der Königsklasse sprechen eine deutliche Sprache: Atlético Madrid kann verteidigen. Und Atlético Madrid kann auch ganz große Teams damit zur Verzweiflung bringen und ausschalten. So geschehen zuletzt im Viertelfinale der Champions League gegen den großen Favoriten und Titelverteidiger FC Barcelona.

Geht es nach Diego Simeone, soll es den Bayern am Mittwochabend nicht anders ergehen. Unter dem Argentinier hat sich der Klub aus der spanischen Hauptstadt, der seit jeher im Schatten der Königlichen von Real Madrid steht, an die Spitze Europas emporgearbeitet. 2012 gewann man die Europa League, 2013 den spanischen Cup, 2014 wurde man gar spanischer Meister und verlor in der Champions League erst im Finale gegen Real. In dieser Saison ist Atlético in der Liga wieder auf Augenhöhe mit Real und Barcelona.

Die Rot-Weißen beeindrucken durch eine extrem körperbetonte Spielweise, aggressives Verteidigen und schnelles Umschalten. Der Trainer schafft es immer wieder, seine Mannen bis in die Haarspitzen zu motivieren. Jeder zerreißt sich für jeden. "Wir gehen in jeden Ball wie in den Tod, wie in ein Finale. Nur mit dieser Einstellung ist es möglich für uns, gegen eine Mannschaft wie den FC Bayern zu bestehen", erklärt Mittelfeldspieler Saúl Níguez. "Wir sind einfach eine Gruppe ehrlicher Arbeiter, da gibt es schlechtere Werte in der heutigen Gesellschaft", sagt Diego Simeone.

Horror-Los

Dass Atlético den FC Barcelona ausschaltete, vergrößerte die Angst des Establishments vor dem unorthodoxen Spiel des Simeone-Teams. "Atlético war für mich das Team, gegen das ich am wenigsten spielen wollte", gestand sogar der als furchtlos geltende Javi Martínez.

Wer bei den Bayern neben dem Spanier heute in der Innenverteidigung spielt, ist durchaus eine spannende Frage. Drei Monate nach seiner schweren Oberschenkelverletzung könnte Weltmeister Jérôme Boateng ein überraschendes Comeback feiern. Er sei bereit, erklärte der 27 Jahre alte Innenverteidiger. "Ich hoffe, dass ich der Mannschaft helfen kann." Dass Pep Guardiola den etatmäßigen Abwehrchef ohne eine Minute Spielpraxis in ein europäisches Halbfinale schickt, erscheint jedoch unwahrscheinlich.

Wahrscheinlicher ist indes eine Viererkette mit Kimmich und Martinez im Zentrum, David Alaba (in seinem 50. Spiel in der Champions League) links und Lahm auf der rechten Seite.

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