Sport | Fußball
18.04.2017

Bayerns Plan: Eine magische Nacht in Madrid

Mit Lewandowski soll in Madrid gegen Real nach dem 1:2 im Hinspiel die Wende gelingen.

Mit einer atemberaubenden Aufholjagd bei Real Madrid will das Starensemble der Bayern um Hoffnungsträger Robert Lewandowski doch noch ins Halbfinale der Champions League stürmen. Der zuletzt verletzt gewesene Lewandowski verkörpert mit seiner Rückkehr die Entschlossenheit der Münchner, die allerdings vor dem Rückspiel auf ein kleines Wunder hoffen müssen.

Die verletzten Jérôme Boateng und Mats Hummels bestiegen zwar am Montag den Flieger. Doch über ihren Einsatz am Dienstag (20.45 Uhr/live Sky) wird erst vor Ort entschieden. Gegen Ronaldo & Co. muss als Notabwehr vielleicht ein Miniriegel ohne gelernten Innenverteidiger herhalten. Sicher scheint, dass David Alaba wie schon am Samstag in der Liga in Leverkusen im Abwehrzentrum agieren wird. Der Österreicher könnte mit seinen 1,80 Metern gar der größte Abwehrspieler der Bayern in der Partie sein.

Martinez ist gesperrt, sollten Boateng und Hummels nicht fit werden, dürfte Alaba mit Philipp Lahm (1,70 Meter), Joshua Kimmich (1,76) und Juan Bernat (1,70) eine Viererkette bilden. Das Quartett musste so bereits einmal in einem Gigantenduell ans Werk: Im Februar 2016 beim 2:2 in Turin, als sich in der Schlussphase die Defensivprobleme offenbarten. "Wir brauchen Mut und den Glauben an uns selbst", sagte Alaba.

Real-Schreck

Mit einer Chancenverwertung wie beim 0:0 am Samstag in Leverkusen ist das Weiterkommen gegen den Titelverteidiger aber Utopie. "Wir brauchen die Tore. Wir müssen so denken, als würden wir in München spielen", forderte Robert Lewandowski. Der Pole traf in seinen vergangenen neun Champions-League-Spielen acht Mal. Unvergessen ist seine Gala gegen Real, als er im Halbfinal-Hinspiel mit Dortmund im April 2013 vier Mal brillierte. "Wir müssen Gas geben und alles versuchen", forderte der Rückkehrer.

Ein Traum-Comeback ist das ambitionierte Vorhaben, wahrscheinlicher ist ein neuer Albtraum in Spanien. Nach drei Halbfinal-Pleiten gegen die Spitzenteams von der iberischen Halbinsel könnte nun im Bernabéu für die Bayern so früh wie zuletzt beim Achtelfinal-Aus 2011 gegen Inter Mailand Endstation sein.

Bilanz

Nur Ajax Amsterdam (1996) und eben Inter (2011) kamen nach einer Heimniederlage auswärts noch weiter.

In Madrids Fußball-Tempel, in dem die Münchner das Endspiel 2010 verloren, feierten die Bayern schon große Siege. Ein 4:2 wie im Februar 2000 würde das Halbfinale bringen, ein 1:0 wie ein gutes Jahr später vor dem ersten Champions-League-Triumph wäre allerdings zu wenig. "Wir glauben daran, dass wir es packen", betonte Manuel Neuer. Der Welttorhüter wäre bereit, in einem möglichen Elfmeterschießen wie beim Finaleinzug 2012 wieder zum Helden zu werden.

Allein Neuers Glanzparaden reichen aber sicher nicht, denn die bei ihren letzten vier Gast-Auftritten bei Atlético, Barcelona und Real torlosen Münchner müssen mindestens zwei Mal treffen.