Zoran Barsisic plant mit seiner Mannschaft den nächsten Schritt.

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Fussball
07/17/2015

Barisic: "Wird nicht leicht, in diese Mannschaft zu kommen"

Der Rapid-Coach spricht vor dem Cup-Spiel in Weiz über Lob, Verantwortung und die neuen Spieler beim Rekordmeister.

von Peter Karlik

Einige Rapid-Spieler werden am Freitag breiter Brust in der ersten Cup-Runde in Weiz spielen (19 Uhr, www.fussballoesterreich.at). Das hat aber nicht nur mit dem Selbstvertrauen zu tun. Co-Trainer Carsten Janker hatte bei Abschluss-Übungen gedroht: „Wer nicht trifft, macht 20 Liegestütze“. Der Schmäh läuft bei den Rapidlern – sehr zur Freude von Cheftrainer Zoran Barisic.

KURIER: Rapid ist zum Cupspiel nach Weiz bereits am Donnerstag angereist: Ist das ein Zeichen, wie ernst es der Klub in dieser Saison meint?
Zoran Barisic:
Der Cup ist uns wichtig, wir nehmen Weiz sehr ernst. Es gibt keinen Grund irgendjemanden zu unterschätzen. Wir haben es schon desöfteren am eigenen Leib verspürt, was im Cup alles passieren kann. Wir bereiten uns so vor, wie auf ein Meisterschaftsspiel.

Wie sieht Ihre Zwischenbilanz in der Vorbereitung aus?
Wir haben im Trainingslager sehr ruhig und konzentriert arbeiten können. Das war sehr wichtig, weil wir davor viele Termine hatten. Die Mannschaft ist in einem sehr guten Zustand. Jetzt heißt es, den Flow in die neue Saison mitnehmen.

Welche waren die Ziele im spielerischen, taktischen Bereich?
Der Feinschliff. Die Laufwege zu verbessern, eine zweite Pressing-Variante einzustudieren.

Es war wahrscheinlich viel leichter als letztes Jahr, weil es keinen großen Umbruch gibt.
Natürlich. Wir haben an Qualität dazugewonnen. Die Spieler kennen die Abläufe, deshalb ist die Arbeit in dieser Phase sicher leichter gewesen als im vergangenen Sommer.

Was haben Sie mit den Neuzugängen vor, bzw. was sollen sie einbringen?

Man kennt sie ja alle. Außer Strebinger (Anm.: von Werder Bremen)haben alle in Österreich gespielt. Ich möchte keinen Druck aufbauen, sondern ihnen Zeit geben, sich in unser Spiel zu integrieren.

Das heißt, es wird kaum einer in der ersten Elf stehen?
Wir haben die Spieler nicht für den Moment, sondern perspektivisch geholt und langfristig an den Verein gebunden. Es haben alle gesehen, dass die Mannschaft im Frühjahr sehr gut funktioniert hat. Es wird sicher nicht leicht sein, in die Mannschaft zu kommen.

Ist es ungewöhnlich für Sie, jede Kaderposition doppelt besetzt zu haben?
Ja. Aber auf der anderen Seite wird es eine große Herausforderung, weil wir die nächsten Schritte in unserer Entwicklung machen müssen. Die Fans sind sehr zufrieden, wir werden von allen Seiten gelobt. Genau das birgt gewisse Gefahren, weil man zu schnell satt wird. Wir haben große Verantwortung vor allem gegenüber unseren Fans, damit wir uns weiter entwickeln.

Nochmals zu den neuen Spielern: Ist Rapid in der Offensive mit Nutz, Huspek und Tomi variantenreicher geworden?

Ja. Huspek gibt uns viel Tiefe, er ist schnell, eine Pressing-Maschine. Tomi (Anm. ist im Cup wegen muskulären Problemen noch nicht dabei)agiert zwischen den Linien sehr gut, der auch den Blick für den Mitspieler hat und auch selbst torgefährlich ist. Genauso wie Nutz, der über sehr gutes Passspiel verfügt und sehr gute Standardsituationen macht. Mit Auer haben wir einen rechten Verteidiger, der sehr gut zu unserem Spiel passt und variabel einsetzbar ist. Über Fähigkeiten und Charaktere unserer Neuzugänge haben wir uns viele Gedanken gemacht.

Mit einem Titel ins neue Stadion einzuziehen, wäre eine große Genugtuung, oder?
Zuerst einmal ist es eine Genugtuung, dass wir dort sind, wo wir jetzt stehen. Wer uns in den letzten zweieinhalb Jahren beobachtet hat, der weiß, wie schwer wir es gehabt haben. Aber natürlich wollen wir jetzt die nächsten Schritte machen.