epa03562176 The new Italian forward of AC Milan, Mario Balotelli, arriving at a restaurant in Milan, Italy, 30 January 2013. Balotelli was transferred from Premier league team Manchester City to AC Milan. EPA/DANIELE MASCOLO

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Transfer
01/31/2013

Balotelli wird Wahlkampf-Thema

Der Wechsel von Manchester City zum AC Milan füllt in Italien nicht nur die Sportseiten.

Der Wechsel von Mario Balotelli zum AC Milan füllt in Italien nicht nur die Sportseiten: Drei Wochen vor den Parlamentswahlen am 24. und 25. Februar ist der Transfer zum Politikum geworden. "Mario Balotelli hat bei der Europameisterschaft mit seinen zwei Toren Deutschland zum Weinen gebracht, während der andere Mario, (der scheidende Premier Monti) mit seinen Steuern alle Italiener zum Weinen gebracht hat", witzelte Milan-Chef Silvio Berlusconi in einem TV-Interview am Mittwochabend.

Der Medienzar bestritt Vorwürfe seiner politischen Rivalen, laut denen er den Starstürmer von Manchester City für kolportierte 20 Millionen Euro gekauft hat, um kurz vor den Parlamentswahlen Wählerstimmen bei Milan-Fans zu gewinnen. "Nicht der Wahlkampf, sondern sportliche Erwägungen haben uns zu Balotellis Erwerb bewogen", versicherte Berlusconi.

"Ein bis zwei Prozentpunkte"

In italienischen Medien wird bereits über einen Zugewinn von ein bis zwei Prozentpunkten der Wählerstimmen für Berlsuconis Mitte-Rechts-Partei PdL durch seinen neuesten Coup spekuliert. Meinungsforscher trauen sich zwar nicht den "Balotelli-Effekt" zu quantifizieren, aber räumen ein, dass einige unentschiedene fußballbegeisterte Wähler dadurch anminiert werden könnten, zu den Urnen zu gehen.

Monti glaubt nicht, dass Berlusconi Balotelli aus politischen Gründen erworben habe. "Ich denke keine Sekunde lang, dass mein Vorgänger, der auch mein Nachfolger werden will, aus Wahlgründen diesen prestigereichen Spieler gekauft hat. Und wenn etwas in Italien im Handel nicht fehlt, sind es die 'SuperMarios'", erklärte Monti ironisch in Anspielung auf den Übernamen von sich selber und dem EZB-Präsidenten Mario Draghi.

Kritisch über Berlusconis sportlichem Coup zeigte sich Mitte-links-Chef Pierluigi Bersani. "Jeder führt seinen Wahlkampf wie er es für besser hält. Während ich Menschen treffe, verhandelt Berlusconi mit Balotellis Manager", kritisierte Bersani.

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