Adam Lallana, links, und Mario Balotelli schauten sich die Liverpool-Niederlage gegen ManCity im Stadion an.

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Transfer
08/26/2014

Balotelli: Liverpool verpflichtet "bad guy"

Balotelli hat keine guten Erinnerungen an die Fans der "Reds". "Sun" warnt: "Hier droht Ärger".

Brendan Rodgers liebt den Nervenkitzel: Wenige Wochen nach dem Abschied von Skandal-Profi Luis Suarez zum FC Barcelona hat der Liverpool-Coach einen neuen "bad guy" verpflichtet. Nachdem der Wechsel des italienischen Fußball-Stürmers Mario Balotelli vom AC Milan zu den "Reds" bekanntgeworden war, warnte die englische Boulevardzeitung Sun bereits: "Hier droht Ärger".

Auch Rodgers gab ohne Einwände zu, dass er mit dem Transfer des eigenwilligen Profis ein "Risiko" eingegangen sei. Das 1:3 seiner Mannschaft am Montagabend in der Premier League bei Manchester City dürfte den 41-Jährigen aber darin bestärkt haben, dass dies notwendig war, um an die überragende vergangene Saison anknüpfen und in der Champions League eine gute Rolle spielen zu können. Nach dem zweiten großen Transfer von Balotelli in nur 19 Monaten machte der Coach aber auch klar: "Es ist seine letzte Chance, um bei einem großen Club Fuß zu fassen."

Risikofaktor Balotelli

Balotelli steht in Liverpool vor einer großen Herausforderung. Er soll den Abgang von Suarez kompensieren. Der Uruguayer erzielte in 110 Liga-Spielen 69 Treffer und war in der vergangenen Saison der überragende Torjäger auf der Insel. Doch auch Rodgers ist um seine Aufgabe nicht zu beneiden: Er muss den 24-jährigen Kicker im Zaum halten, den Kollege Jose Mourinho nach der gemeinsamen Zeit bei Inter Mailand als "untrainierbar" bezeichnete.

"Es ist ein Risiko, aber wir sind überzeugt, dass wir ihm als Spieler und im Reifeprozess eines jungen Mannes weiterhelfen können", sagte Rodgers. "Er kennt seine Makel und Fehler. Er sucht jemand, der ihm hilft", erklärte der Coach nach einem dreieinhalbstündigen Gespräch mit dem Exzentriker und meinte, er habe keine Bedenken, dass Balotelli die Struktur der "Reds" zerstöre. "Er weiß genau, er ist nur ein Teil der Mannschaft."

Warum Rodgers das Risiko eingeht, wurde im Duell beim Meister deutlich. "Nach einer überragenden Saison wird es schwer für Liverpool, dieses Level wieder zu erreichen. Es wäre auch seltsam, wenn sich nicht bemerkbar machen würde, dass sie einen der besten Spieler der Welt verloren haben", urteilte der "Daily Mirror" am Tag nach der Auftaktniederlage. Balotelli soll die Gefahr und Unberechenbarkeit zurückbringen, die mit Suarez verloren gegangen ist. "Etwas, das ihm nicht fehlt, ist Selbstvertrauen. Er hat den Glauben und die gewisse Arroganz auf dem Feld, die die besten Teams haben", betonte Rodgers.

Genau das fehlte seiner Truppe im Etihad-Stadion. Balotelli verfolgte die Partie seines neuen Clubs gegen seinen ehemaligen auf der Tribüne. Der neue Hoffnungsträger musste mitansehen, dass der Vizemeister beim Titelverteidiger chancenlos war. Zwei Abwehrpatzer der Neuzugänge Dejan Lovren und Alberto Moreno ermöglichten den "Citizens" leichte Treffer. Der montenegrinische Superstar Stevan Jovetic (41., 55.) und Argentiniens Teamstürmer Sergio Aguero (69.) ließen sich nicht lange bitten. Der einzige Liverpool-Treffer resultierte aus einem späten Eigentor von Pablo Zabaleta (83.).

Bereits am Sonntag im Auswärtsspiel gegen Tottenham Hotspur soll sich das ändern - am besten gleich durch einen Treffer von Balotelli. "Ich bin so froh, zurück zu sein. Es war ein Fehler, England zu verlassen", meinte der Torjäger. "Liverpool ist einer der besten Klubs in England. Ein großartiges Team mit jungen Spielern. Deswegen bin ich hergekommen“, sagte Mario Balotelli am Montag. Da hatte der 24-Jährige sein erstes Training im Melwood-Trainingszentrum der Reds absolviert, ganz alleine. Es ist eine Rückkehr für den italienischen Teamstürmer, der die letzten eineinhalb Jahre für AC Milan gegen den Ball getreten hatte - zuvor hatten sich Balotelli und Manchester City nicht gerade schön voneinander getrennt. Zwar hatte das Enfant Terrible in 80 Spielen 30 Tore erzielt und seinen Teil zum ersten Meistertitel der Citizens seit 1968 beigetragen, doch nach einem Handgemenge mit Trainer Roberto Mancini war die Trennung unausweichlich. Sportlich freilich blieb Balotelli auch bei Milan erfolgreich, 30 Tore schaffte er in 54 Spielen.

Geschäftssinn

Das blieb Liverpool nicht verborgen, 20 Millionen Euro haben die Reds nun hingelegt; dazu soll Balotelli sechs Millionen Euro pro Saison verdienen. Der Vertrag soll drei Jahre laufen. Liverpools Trainer Brendan Rodgers ist jedenfalls sicher, dass er den Exzentriker im Zaum halten kann. „Es gibt keinen Zweifel an Marios Können. Für sein junges Alter hat er enorme Erfahrung auf höchstem Niveau. Ich bin überzeugt, wir werden das Beste aus ihm herausholen“, meinte Rodgers. „Ich freue mich, mit ihm zu arbeiten. Wir haben einen starken Zusammenhalt, alle arbeiten sehr hart. Er wird davon profitieren“, sagte der Coach und fügte an: „Wir haben ein richtig gutes Geschäft gemacht.“ In Liverpool soll Balotelli den Abgang von Torjäger Luis Suárez zum FC Barcelona kompensieren - und für den haben die Katalanen ja 80 Millionen Euro an die Briten bezahlt.

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