Treff-Ass: Gorgon hat in dieser Saison bereits 15-mal getroffen, besser war nur Soriano (21).

© APA/HERBERT P. OCZERET

Interview
05/01/2016

Austrias Gorgon: "Deutschland ist reizvoll"

Alexander Gorgon über seine Wunschziele, Meisterträume und die Liebe zu den Fans.

von Harald Ottawa

Entspannt und locker gibt er sich. Alexander Gorgon hat schließlich auch eine gute Saison hinter sich gebracht. 15 Tore in 32 Runden sind schon eine besondere Marke. Eine Marke, die man auch im Ausland notiert hat. Vor dem Schlager gegen Salzburg (16.30 Uhr, live ORF eins, Sky) spricht der 27-jährige Austrianer über seine Pläne und lobt dabei vor allem die zweite deutsche Bundesliga.

KURIER: Wie sehen Sie die bisherige Saison?

Alexander Gorgon: Gemischt. Es war ein guter Herbst, bei dem schlechte Spiele dabei waren, die wir gewonnen haben. Dafür gab es im Frühjahr gute, die wir nicht gewonnen haben. Wenn wir Platz drei erreichen, dann haben wir unser Ziel geschafft. Und das ist mit diesem umgebauten Team ein Erfolg.

Zum Ziel: Als die Austria den Herbstmeistertitel holte, wurden da Erinnerungen an die Meistersaison 2012/2013 wach?

Ja. Bei Alex Grünwald, Fabian Koch, Lukas Rotpuller und mir schon, wir haben das ja erlebt. Da haben wir schon Parallelen erkannt. In die Öffentlichkeit wollten wir das Gefühl aber nicht tragen, das wäre zu vorlaut gewesen. Aber dann haben wir eben dem Umstand Rechnung tragen müssen, dass wir ein ziemlich neu zusammengestellte Mannschaft sind.

Und da gab es Pfiffe von den Fans, die Sie wiederum mit Kritik an ihnen quittierten. Noch böse auf die Anhänger?

Nein, ich muss eines klarstellen: Wir brauchen unsere Fans. Ich war ja nur auf einen kleinen Teil böse, auf einen kleinen Teil, der gepfiffen hat. Da haben wir verloren, und dann ist eben alles zusammengekommen. Da habe ich die Fassung verloren, da ist alles zusammengekommen. Eines ist uns allen klar: Wir brauchen unsere Anhänger. Die Mannschaft braucht noch Zeit, in der nächsten Saison wird es aber weiter nach oben gehen.

Da könnten Sie aber kein Teil der Mannschaft mehr sein. Sie machen auch kein Hehl daraus, die Austria demnächst verlassen zu wollen. Zudem läuft Ihr Vertrag aus.

Ja, ich möchte schon den Schritt ins Ausland wagen und bin auch sehr froh, dass mir die Austria bei der Entscheidung Zeit lässt. Mit 27 ist es Zeit, eine neue Herausforderung anzunehmen. Wichtig ist aber, dass das Package passt.

Welches Package?

Meine Familie muss sich wohlfühlen. Ich bin verheiratet und habe zwei Kleinkinder (19 bzw. sechs Monate, Anm.), darauf will ich Rücksicht nehmen. Die Türkei oder Kasachstan werden es demnach wohl nicht werden.

Viele Ihrer Landsleute sind in Deutschland gelandet. Tut es auch die zweite Liga?

Das ist eine sportlich starke Liga mit vielen Zuschauern und einer guten Reputation. Zudem vertreten uns dort die Österreicher sehr gut. Das wäre natürlich eine Herausforderung. Aber wenn es doch die erste Liga wird, bin ich auch nicht böse. Deutschland ist insgesamt reizvoll. Geht es nach dem finanziellen Aspekt, würde ich auch England nehmen. Aber da muss es sportlich passen. Wenn es anderswo ein Klub am Meer ist, wo sich die Familie wohlfühlt und wo ich obendrein gut verdiene, dann nehme ich es auch.

Sehen Sie Chancen, noch auf den EURO-Zug aufzuspringen?

Ganz ehrlich: Nein.

Vorerst wartet am Sonntag Salzburg. Mit einem Sieger Alexander Gorgon?

Wenn wir die Kraft haben, unser Spiel über 90 Minuten durchzuziehen, bin ich für das Spiel optimistisch.

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