Austria trotz Niederlage in Europa League

Trotz der Niederlage ist Manuel Ortlechner nach Luftsprüngen zumute.
Foto: apa

Eine schwache Austria verliert gegen Gaz Metan Medias 0:1, schafft aber dennoch den Aufstieg.

Dem Schlusspfiff folgte das Durchatmen. Ende gut, alles gut. Schlecht gespielt, 0:1 verloren, und dennoch in die Gruppenphase der Europa League aufgestiegen.

Das Wie muss nicht weiter hinterfragt werden. Die Spieler schrien sich in der Kabine die Erleichterung über das Weiterkommen raus und fielen einander in die Arme. Die Klubführung darf nun mit 1,5 Millionen Euro an Mehreinnahmen rechnen. "Jetzt schließe ich einen Sponsorvertrag mit Baldrian-Tropfen ab", scherzte ein völlig verschwitzter Manager Markus Kraetschmer.

Die üblichen Befürchtungen wurden zunächst nicht Realität. Weder musste die Austria großer Hitze trotzen - man war heiter, weil das Wetter wolkig -, noch verwandelte sich das Stadion des CFR Cluj in einen Hexenkessel: Lediglich 4000 Fans, darunter 350 Austrianer, verliefen sich in die Arena, obwohl die teuerste Karte nur 2,50 Euro kostete.

Schock

Dass es dennoch laut auf den Stahlrohrtribünen und hektisch auf dem Platz wurde, hatten die Austrianer selbst zu verantworten. Obwohl mit genügend Selbstvertrauen ausgestattet, agierten sie viel zu passiv, überhaupt nicht aggressiv. Medias setzte im Bewusstsein, ein 1:3 aus dem Hinspiel aufholen zu müssen, auf Offensive. Die Wiener schauten der Heimmannschaft gespannt bei deren Bemühungen zu und trugen ihre eigenen Konter unpräzise vor.

Die Rumänen wurden vorerst nur durch zwei Schüsse von Petre in Ansätzen gefährlich, dennoch strahlte die Austria in der Defensive keinerlei Sicherheit aus. Dieses Gefühl bestätigte Medias-Mittelfeldspieler Hoban in der 40. Minute, als er mit Köpfchen das 1:0 erzielte.

Starre

Bei der Austria flatterten die Nerven. Routinier Hlinka: "Vielleicht fehlt uns in diesen Situationen die Erfahrung." Denn die Wiener hatten das Problem, mental den Schalter um- und einen Gang zuzulegen. Wenig zu sehen von der Selbstsicherheit, die man sich zuletzt mit guten Leistungen hart erarbeitet hatte. Zwar fand Medias keine hochkarätigen Chancen auf das 2:0 vor, dennoch endete für die Austria das Zittern erst mit dem Schlusspfiff.

"Ich bin glücklich, dass wir es überstanden haben. Uns hat die Ruhe gefehlt, wir waren zu nervös", sagte Trainer Karl Daxbacher. Goalie Pascal Grünwald: "Wir wussten, dass es schwierig wird. Aber jetzt haben wir das erste Saisonziel erreicht. Das dürfen wir ein wenig genießen."

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(kurier / Alexander Strecha, Cluj) Erstellt am
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