Sport | Fußball
05.12.2011

Auslosung als Auftakt zur Fußball-EM

Ab 18 Uhr erfahren die Deutschen ihre Gruppengegner beim Höhepunkt in der Ukraine und Polen.

Kiew ist am Freitag zum ersten Mal Nabel der europäischen Fußballwelt. Ein halbes Jahr vor dem Start der EURO (8. Juni bis 1. Juli) werden dort die Vorrunden-Gruppen für den Fußball-Höhepunkt des Jahres 2012 ausgelost (18 Uhr MEZ, ORFeins, ARD und Eurosport).

Die Deutschen blicken dem Ereignis sehr cool entgegen, zumindest Bundestrainer Joachim Löw hat noch keine Schweißausbrüche. "Es gibt weder Wunsch- noch Angstgegner", sagt Löw. Selbst wenn das deutsche Nationalteam beim Turnier in Polen und der Ukraine im kommenden Sommer schon in der Vorrunde etwa auf Titelverteidiger Spanien, Portugal und Frankreich treffen würde – der 51-jährige Löw bleibt entspannt: "Wir nehmen die Auslosung, wie sie kommt. Es gibt keine Gegner, gegen die wir nicht gern spielen."

Zweiter Topf

Obwohl die Deutschen wie Welt- und Europameister Spanien alle Qualifikationsspiele gewonnen haben, werden sie nur aus dem zweiten Topf gelost. Warum? Schuld daran ist der Koeffizient, errechnet aus den Ergebnissen der Qualifikationen zu den letzten Großereignissen (EM 2008 und 2012, WM 2010) sowie den Auftritten bei der EURO 2008 und der WM 2010. Gesetzt sind neben den beiden Gastgebern Polen und Ukraine als Köpfe der Gruppen A und D Spanien und die Niederlande. "Ich sehe Spanien, Holland und Deutschland nicht als alleinige Favoriten. England, Frankreich und Italien werden eine gute Rolle spielen", erklärt Löw.

"Natürlich wünscht man sich eine gute Gruppenauslosung. Aber es kann vielleicht auch ein Vorteil sein, wenn man gleich von Beginn an voll gefordert wird", erklärte Manager Oliver Bierhoff, als Kapitän mit Deutschland 1996 Europameister, zu der Konstellation. Miroslav Klose, mit 33 Jahren, 113 Länderspielen und 63 Toren der erfahrenste von den rund 30 deutschen EM-Anwärtern, ist unabhängig von der Auslosung sicher: "Wir haben absolut die Mannschaft dazu, weitzukommen."

Erste Klasse

"Weniger gelassen bin ich, wenn es losgeht", sagte Löw, der trotz eines Vertrages mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) bis zur WM 2014 in Brasilien seine Arbeit als Bundestrainer schon im kommenden Sommer mit einem Titel krönen will. "Wir haben die Qualität, gehören zu den besten Teams der Welt. Aber in einem Turnier entscheiden Kleinigkeiten."

Rund 1,4 Millionen Zuschauer werden in den acht Stadien Polens und der Ukraine die 31 Spiele verfolgen. In 200 Ländern werden die Partien der 14. Europameisterschaft im Fernsehen übertragen. "Es wird ein Top-Turnier mit allen Top-Teams der UEFA-Rangliste. Es gibt keine Zeit zum Einspielen, es geht von Beginn an um alles", sagt Löw und lässt große Vorfreude erkennen.