Sport | Fußball 10.03.2013

Aufarbeitung eines heiklen Themas

09.03.2013 Ried, Fussball, Bundesliga, Ohne Sorgen Arena, SV Ried - SK Sturm , Torschuetze Richard Sukuta provoziert nach 1:2 di… © Bild: GEORG DIENER AGENTUR DIENER /DIENER / Leena Manhart

Ried stellt sich den Aussagen von Sturms Sukuta-Pasu.

Es herrschte Aufregung in Ried. Weniger wegen der spielerischen Vorstellung beider Teams (1:2), sondern wegen der Anklage von Sturms Richard Sukuta-Pasu. „Das ganze Spiel über hat es rassistische Geräusche gegen mich gegeben. Bei meinem Tor ist mir dann der Kragen geplatzt“, sagte der Stürmer einen Tag nach dem 2:1-Sieg in Ried.

Nach seinem Treffer zum 2:1 in der 85. Minute ließ sich der gebürtige Deutsche, dessen Mutter aus Frankreich und dessen Vater aus der Demokratischen Republik Kongo stammt, zu einer provozierenden Geste gegenüber den Rieder Fans hinreißen und sah dafür seine fünfte Gelbe Karte, die eine Sperre für das Spiel am Samstag daheim gegen Innsbruck nach sich zog. „Dafür habe ich überhaupt kein Verständnis, Schiedsrichter Grobelnik hat mir nur gesagt, dass die Regeln so sind.“ Schützenhilfe bekam Sukuta-Pasu von Teamkollege Rubin Okotie. „Richi hat mir von den Beleidigungen erzählt. Auch, wenn es nicht viele Rieder waren, aber jeder einzelne ist einer zu viel.“

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FUSSBALL: TIPP3-BUNDESLIGA / SV JOSKO RIED - SK PU

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Fussball, SV Ried - SK Sturm

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Ried forscht

Ried-Manager Stefan Reiter begab sich gestern auf Recherche. Ja, es habe Einzelpersonen gegeben, die „diesen Scheiß“ von sich gegeben haben. „Doch von laufend vorgetragenen rassistischen Parolen könne keine Rede sein“, meint der Manager. Es dürfe auch nicht durchgehen, dass dies der Spieler seinerseits zu solchen Provokationen gegen die Mehrheit des Publikums ausnützt. „Das ist nicht einzusehen.“

Jeder könnte sich grundsätzlich sicher sein, sollte ein rassistisches Gedankengut verbreitender Zuschauer dingfest gemacht werden, hätte dies in Ried ein sofortiges Stadionverbot zur Folge.

Der harte Kern der Rieder Fans ist übrigens keinesfalls der rechten Szene zuzuordnen. Rassistisch motivierte Vorkommnisse aus dieser Ecke waren in der Vergangenheit auch nie erkennbar.

Sportlich durfte Sturm-Trainer Peter Hyballa doppelt jubeln: Erstens über drei Punkte, zweitens über den guten Auftritt des von ihm forcierten Talents David Schloffer, der für die Führung sorgte. Hyballa: „Der Junge macht Spaß!“

Erstellt am 10.03.2013