Sport | Fußball 08.03.2012

APOEL im Freudentaumel

© Bild: REUTERS

Nach dem Sieg über Olympique Lyon steht erstmals eine Mannschaft aus Zypern im Viertelfinale der Champions League.

Ganz Fußball-Europa staunt weiter über Zyperns Wunderteam, auf der Mittelmeerinsel wurde die Nacht zum Tag. Bis in die frühen Morgenstunden feierten die Anhänger von APOEL Nikosia in der Hauptstadt den historischen 4:3-Triumph im Elfmeterschießen gegen Olympique Lyon mit Autokorsos und Hupkonzerten. Mit dem Einzug ins Viertelfinale der Champions League hat der zypriotische Meister seinem Königsklassen-Märchen ein weiteres Kapitel hinzugefügt

"Wir haben Geschichte für dieses Land geschrieben und sind stolz darauf", sagte Torschütze Gustavo Manduca. Im Überschwang der Gefühle hatte der Angreifer nach seinem Treffer zum 1:0 sein Trikot ausgezogen. Eine Aktion, die sich später rächte, sah Manduca in der Verlängerung doch die Gelb-Rote Karte. Seine Freude trüben konnte das nicht. "Das war ein Geschenk Gottes. Ich habe die Mannschaft im Spiel gehalten - es macht mich einfach stolz, was heute Abend passiert ist."

"Wir haben gewusst, dass es sehr hart wird, aber die Spieler waren sehr fokussiert und haben eine exzellente Leistung gebracht", lobte Trainer Ivan Jovanovic seine Truppe. "Es ist ein fantastisches Resultat, die Mannschaft hat sich den Aufstieg verdient", ergänzte Klub-Vorstand Phivos Erotocritou.

"Elferkiller" Chiotis

Im Stadion herrschte der Ausnahmezustand, als Torwart Dionisios Chiotis den entscheidenden Elfmeter pariert hatte. Nikosias Profis tollten auf dem Spielfeld und begruben Chiotis unter einer riesigen Menschentraube. "Wir haben etwas erreicht, mit dem vor Saisonbeginn keiner gerechnet hatte. Jetzt wird die Sache ernst", freute sich der 36-jährige Tormann.

Der bunt zusammengewürfelte Haufen aus Brasilianern, Portugiesen, Griechen und Zyprioten verzückt die Massen, obwohl sein Marktwert gerade einmal bei rund 15 Millionen Euro liegt.

Erstellt am 08.03.2012