© APA/ROBERT JAEGER

Nachgefragt
03/04/2014

Almer: "Ich will Kollers Vertrauen rechtfertigen"

Robert Almer über die Treue des Teamchefs und die Degradierung in Cottbus.

von Alexander Huber

KURIER: Herr Almer, können Sie nachvollziehen, was mit Ihnen in Cottbus passiert?

Robert Almer: Ich muss das akzeptieren. Solche Entscheidungen kommen im Fußball vor. Ich konnte auch mit Interimstrainer Böhme sprechen. Aber der Inhalt bleibt intern.

Sie haben im Nationalteam nie ein Tor verschuldet. Haben Sie dennoch gefürchtet, den Status als Nummer eins zu verlieren?

Dieses Thema gibt es ja schon seit zwei Jahren. Das belastet mich nicht. Als ich in Düsseldorf nicht gespielt habe, wurde auch über meinen Status als Nummer eins diskutiert, obwohl ich im Team immer gute Leistungen gebracht habe.

Haben Sie Teamchef Marcel Koller über die aktuelle Entwicklung informiert?

Ja, wir stehen laufend in Kontakt. Ich bin sehr dankbar, dass er weiter auf mich zählt. Ich will Teamchef Kollers Vertrauen in mich auch weiterhin rechtfertigen.

Werden Sie sich mit Ihrem Berater Thomas Böhm schon auf Vereinssuche begeben?

Nein. Ich muss mit dem Verein noch sprechen. In solchen schwierigen Situationen muss man kühlen Kopf bewahren. Im Falle des Abstiegs wäre ich vertragsfrei. Ich wünsche mir aber, dass Cottbus oben bleibt und sich mein Vertrag verlängert. Dafür werde ich zumindest im Training alles geben. Falls man mich im Sommer dann nicht mehr will, werden wir sicher eine Lösung finden.

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Koller steht weiter hinter Almer

Robert Almer wird am 20. März 30 Jahre alt. Der Steirer hat eine durchaus turbulente Karriere als Tormann hinter sich. Immer wieder kämpfte er sich ins Tor der Austria, von Mattersburg und wieder der Austria. Doch stets wurde ihm der Status des unumstrittenen Einsers entzogen. Erst als er im Sommer 2011 in die zweite deutsche Bundesliga nach Düsseldorf ging, schien es, dass Trainer Meier nachhaltig Vertrauen in seine Fertigkeiten hatte. Im November 2011 stellte ihn Marcel Koller in seinem ersten Spiel als Teamchef ins Tor.

Zwölf weitere Einsätze in den bisherigen 19 Koller-Partien sollten folgen. Der Schweizer steht auch vor dem Spiel gegen Uruguay zu seiner aktuellen Nummer eins: "Ich verstehe überhaupt nicht, was da bei Cottbus abgeht. Bei uns hat er immer ordentliche Leistungen abgeliefert."

Was war passiert? Mit dem Aufstieg und dem Kauf des jungen Giefer war es 2012 vorbei mit der Herrlichkeit in Düsseldorf. Almer suchte 2013 einen Klub, wo er regelmäßig zum Einsatz kommt. "Ich habe aus England ein Angebot gehabt, allerdings als zweiter Tormann", erzählte Almer. "Aber ich wollte spielen, der Druck wegen des Teams war da." Und so entschied er sich – auch nach Rücksprache mit Koller – für Energie Cottbus. Almer: "Die wollten in der zweiten Liga im vorderen Drittel mitspielen."

Cottbus startete gut, verlor danach aber den Faden und im November Trainer Rudi Bommer. Dessen Nachfolger Stephan Schmidt entzog Almer 2013 im letzten Spiel das Vertrauen. Das sollte er nicht mehr wieder bekommen. Auch wenn Schmidt Geschichte ist, hat Almer unter dessen Nachfolger ganz schlechte Karten. Interimscoach Jörg Böhme erklärte: "Solange ich hier Trainer bin, hält Rene Renno." Almer hätte im Training nicht überzeugt, der 35-jährige Renno spielte am Freitag beim 1:0 gegen Kaiserslautern, Almer saß nur auf der Tribüne. Mit dem 17-jährigen Ersatzgoalie Fritz Pflug darf der Österreicher um den Platz auf der Bank kämpfen.

Für den Hintergrund der Degradierung Almers beim Letzten der zweiten Liga hat Koller einen Verdacht: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass er aus Leistungsgründen nicht spielt." Tatsächlich zählt Almer zu den teureren Spielern beim wahrscheinlichen Absteiger. Vor dem bitteren Gang in Liga drei kann Energie durch den Verzicht auf Almer Prämien sparen.

Lindner wartet

Druck kommt auch von der Nummer zwei im Team. Heinz Lindner hat noch vor Kollers Statement zu seiner Situation festgehalten: "Natürlich ist es mein Bestreben, auch im Team die Nummer eins zu sein. Aber ich kann nicht mehr tun, als einerseits zu spielen und andererseits meine Leistungen zu bringen." Der Austria-Tormann betont, dass er "keine Forderungen stellen will", meint aber auch: "Ich bin selbstbewusst genug, um zu behaupten: Ich will am Mittwoch spielen." Diesem Wunsch erteilte der Teamchef bereits eine klare Abfuhr.

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