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Sport Fußball
12/05/2011

Admira: "25. Punkt gegen den Abstieg"

Die Admira genießt die Tabellenführung. Für künftige Erfolge stehen dem Aufsteiger richtungsweisende Wochen bevor.

von Philipp Albrechtsberger

Es gab kein Entkommen in der Südstadt am Samstagabend. Wer auch immer von den Admiranern - ob Spieler, Trainer oder Funktionär - ein Mikrofon oder einen Notizblock vor sich sah, der wurde mit dieser einen Fragen konfrontiert, die so verlockend wie logisch war: "Wird man so Meister?"

"Vom Abstieg zu reden, wäre nicht glaubwürdig, aber von der Meisterschaft zu reden, ist viel zu früh", sagte Dietmar Kühbauer, der Coach. Sein Stürmer Philipp Hosiner hielt ebenfalls die Linie und sagte nach dem 3:2-Sieg gegen Innsbruck, der erst durch Tore in der 90. und 92. Minute fixiert worden war: "Streng genommen war es der 25. Punkt gegen den Abstieg." Einzig der Tscheche Martin Zeman, erst seit Sommer im Kader des Aufsteigers, tanzte bei der alles entscheidenden Frage aus der Reihe: "Ich glaube, mit solchen Siegen gewinnt man Titel."

Zukunftsmusik. In jedem Fall durfte das Sensationsteam aus Niederösterreich das sonntägliche Kräftemessen der großen Vier der Liga (Austria gegen Rapid, Sturm gegen Salzburg) in aller Ruhe genießen, ohne dabei um den Verlust der Tabellenführung zittern zu müssen.

Potenzial

Wesentlich realer als die Träumereien von Trophäen und Auftritten im Europacup scheint in absehbarer Zukunft ein Aderlass auf Personalebene. Mittlerweile wird der jungen Mannschaft (das Durchschnittsalter der Anfangself gegen Innsbruck lag trotz der Routiniers Plassnegger, 33, und Jezek, 34, bei 24,5 Jahren) von allen Seiten Potenzial und Zukunft bescheinigt. Offen ist lediglich, wo die Spieler diese Zukunft ausleben werden.

Bei Kapitän und Abwehrchef Christopher Dibon läuft der Vertrag mit Saisonende aus, mit allen anderen hochveranlagten Jungspunden ließe sich in den kommenden Transferperioden noch gutes Geld verdienen. Geld, das die Admira in den kommenden Jahren wohl benötigen wird: Der Vertrag mit Hauptsponsor Trenkwalder läuft mit Ende 2013 aus. Richard Trenkwalder, der auch als Präsident in der Südstadt fungiert, hat bereits angekündigt, dem Klub zwar auch darüber hinaus verbunden zu bleiben, im selben Atemzug allerdings auch alternative Einnahmequellen eingefordert. Eile ist bei Sponsorgesprächen also geboten, eine bessere Werbung als Tabellenplatz eins gibt es nicht.

Die Admiraner spielen daher nicht nur um die eigene Zukunft, sondern auch um jene des Klubs. "Mit großen Kaderplanungen will ich mich jetzt nicht beschäftigten. Dafür ist der Moment zu schön", hatte Kühbauer vor einer Woche gesagt. Auch der Vertrag des Erfolgstrainers läuft mit Saisonende aus. Die Trainer-Personalie genießt im Klub oberste Priorität. Die Entscheidung könnte zudem ein richtungsweisendes Signal für die Spieler sein.

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