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Bundesliga
10/20/2013

2:2 nach 0:2 - Rapid beweist Moral

Sturm sieht wie der sichere Sieger aus, ehe Rapid mit zwei Strafstößen auf 2:2 stellt.

von Alexander Huber

So optimistisch wie selten vor einem Spitzenspiel verabschiedete sich Zoran Barisic nach dem Freitagtraining für einen Tag von seiner Mannschaft. Was am Wochenende folgte, hat dem Rapid-Trainer wieder ein paar Falten mehr ins Gesicht gefräst: Zuerst beeindruckte Europa-League-Gegner Genk (4:0 gegen Lierse) bei der Spionage von Barisic am Samstagabend, tags darauf war im Hanappi-Stadion von den guten Trainingsleistungen während der Länderspielpause eine halbe Stunde nichts zu sehen.

Sturm kam mit dem Selbstvertrauen von vier Siegen in fünf Spielen nach Hütteldorf. Trainer Darko Milanic ist es mittlerweile gelungen, aus dem Kader eine Mannschaft zu formen. Kein Vergleich zum Selbstfaller im Hochsommer, als eine 1:0-Führung trotz 89 Minuten in Überzahl vergeigt wurde und Rapid noch 4:2 siegte.

Am Sonntag gab es erneut ein Comeback von Rapid – es brachte wie gegen Kiew in der Europa League noch ein 2:2.

Anfangs war es extrem laut im Hanappi-Stadion: Die Ultras feierten ausgiebig ihr 25-Jahr-Jubiläum. Hofmann schoss bereits nach 13 Sekunden. Doch die geplante Überraschung mit dem Kapitän als rechtem Flügelstürmer glückte nicht. Hofmann wirkte lange wie ein Fremdkörper – ehe er sich allerdings wieder einmal zurück kämpfte. Aber dazu später.

Bezeichnend, dass anfangs Schaub alle Standards schoss. Das Tor traf der 18-Jährige bei der besten Chance nach 32 Minuten aber nicht.

Beric-Doppelpack

Zu diesem Zeitpunkt feierten die 1200 mitgereisten Fans der Grazer bereits eine 2:0-Führung. Stronachs Millionengeschenk Beric hat mit dem Ende des Wahlkampfs auch seine Torflaute beendet. Nach zwölf Minuten traf der slowenische Stürmer nach einem Offenbacher-Eckball aus kurzer Distanz.

In der 26. Minute konterte Sturm nach einem Schaub-Fehlpass perfekt. Wieder war es Beric, der vollendete. Die Vorentscheidung verhinderte Goalie Novota mit zwei gehaltenen Freistößen.

Mit Joker Boyd kam Rapid nach der Pause zurück. Assistent Kühr sah ein Textilvergehen von Vujadinovic gegen Sonnleitner. Schiedsrichter Schüttengruber entschied auf Strafstoß – die x-te TV-Wiederholung gab ihm recht. Hofmann knallte sich und sein Team vom Elfmeterpunkt zurück in eine hitzige Partie – 1:2 (53.).

Als Hofmann von Klem gelegt wurde, gab es keine Zweifel. Boyd verwertete den zweiten Strafstoß mit einem noch schärferen Schuss – 2:2 (64.). Das Hanappi-Stadion bebte, die Führung schien die logische Folge. Doch der neue Sturm-Goalie Pliquett wehrte sich mit einer tollen Parade bei einem Kopfball von Dibon (70.).

In der Rapid-Viertelstunde hinterließ der Kraftakt der Rapidler Spuren. Sturm war wieder gefährlicher, die beste Chance vereitelte Novota im Duell mit Wolf (91.).

Hofmanns Resümee: „Es läuft nicht alles rund. Aber wir wissen, dass wir immer zurückkommen können.“

Ergebnis und Tabelle

SK Rapid Wien - SK Sturm Graz 2:2 (0:2)

Wien, Hanappi-Stadion, 15.400 (richtig), SR Schüttengruber


Torfolge: 0:1 (12.) Beric
0:2 (26.) Beric
1:2 (53.) Hofmann (Elfmeter)
2:2 (64.) Boyd (Elfmeter)

Rapid: Novota - Trimmel, Sonnleitner, Dibon, Palla - Behrendt (80. Wydra), Petsos - Hofmann (85. Pavelic), Schaub, Grozurek (46. Boyd) - Sabitzer

Sturm: Pliquett - Hölzl, Madl, Vujadinovic, Klem - Hadzic (74. T. Kainz), Offenbacher - Wolf (92. Kröpfl), Beichler, F. Kainz (74. Schloffer) - Beric

Gelbe Karten: Dibon, Trimmel, Hofmann, Petsos bzw. Offenbacher, Vujadinovic, Beric, Schloffer

Der Anschlusstreffer war enorm wichtig

Steffen Hofmann (Rapid-Kapitän): "Beim zweiten Elfmeter hat er mich klar getroffen, er hat es mir auch selber bestätigt. Nach der Pause sind wir deutlich besser ins Spiel gekommen. Der Anschlusstreffer war enorm wichtig für uns, danach haben wir ein gutes Spiel gemacht."

Darko Milanic (Sturm-Trainer): "Mir tut nur weh, dass wir das nach tollem Anfang nicht ausgenützt haben. Da muss eine erfahrene Mannschaft den Gegner durch Ballbesitz kaputtmachen. Rapid war klar besser in der zweiten Halbzeit."

Robert Beric: "In der zweiten Halbzeit waren wir ein bisschen konfus, haben nicht so gut wie in der ersten Hälfte gespielt. Ich weiß nicht warum."

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