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24.03.2017

2:0-Heimsieg: Österreich ringt Moldau nieder

Erst in Minute 75 traf Sabitzer gegen Moldau. Die Chance auf die WM lebt.

Es gab schon einmal andere, emotional mitreißendere Zeiten im Ernst-Happel-Stadion. Von Erfolg und Euphorie begleitete Zeiten, in der Erinnerung eingebrannt, die zur Annahme verleitet haben, Österreichs Nationalteam werde sich künftig von keiner Krise mehr beuteln lassen. Vor zirka eineinhalb Jahren war das Stadion noch randvoll. Die EM-Qualifikation erforderte ein Heimspiel, und der Gegner hieß Moldau, einst wie jetzt ein Fußballzwerg. Ein spätes 1:0 wurde damals bejubelt.

Dazwischen kam eine vermurkste EM 2016, gefolgt von einem trüben Herbst in der WM-Qualifikation. Stark abgekühlt ist längst die Begeisterung, überschaubar das Vertrauen auf den neuerlichen Erfolgslauf. Teilweise leere Tribünen waren heute Kulisse (21.000) gegen einen Gegner, der wieder Moldau hieß. Dieses Mal ein Spiel der absolut letzten Chance auf eine erfolgreiche Turnierqualifikation, die ohnehin nur mehr als dünner Strohhalm greifbar erscheint.

Umdenken

Es musste sich jedenfalls etwas ändern. So ist eingetreten, was zu vermuten war: Teamchef Marcel Koller krempelte tatsächlich um. Personell und vor allem das System. 3-4-3, also eine von Dragovic, Prödl und Hinteregger besetzte Dreierkette in der Abwehr. Davor David Alaba im linken Mittelfeld. Rechts durfte es Lazaro versuchen. Im Sturmzentrum feierte Burgstaller das erwartete Comeback.

Ein Schachzug, der vor allem anfänglich ein durchschlagender war. Über die linke Seite kamen von Alaba im Zusammenspiel mit Arnautovic die Impulse, um mit steilem Spiel Löcher in die gelbe Wand der Moldauer zu reißen.

Was fehlte? Der beruhigende Führungstreffer in einer fünfminütigen Sturm- und Drangperiode. Alaba musste sich – logischerweise nach Pass von Arnautovic – mit einem Lattenpendler (6.) begnügen. Arnautovic war es, der an Moldaus Torhüter Namasco scheiterte (7.), Sabitzer traf nach Alabas Zuspiel das Tor nicht (10.).

Es wurde ausrechenbarer, das Spiel der Österreicher. Doch der Druck und die Ordnung im Aufbau blieben.

Vermisst wurde allerdings die Passgenauigkeit, die einen eklatanten Klasseunterschied auch durch die Tordifferenz sichtbar machte. Zu oft lief man sich im Gewirr der gegnerischen Beine fest. Burgstaller musste dies bei seinem Torschuss in der 38. Minute zur Kenntnis nehmen. Junuzovic bewies aus zehn Metern, dass der Abschluss derzeit nicht zu seinen Stärken zählt. Augenblicke später wurde das 1:0 Hintereggers wegen der Abseitsposition von Arnautovic (zurecht) für nichtig erklärt.

Ganz und gar präzise verrichtete nur die Stadionuhr ihr Werk. Das Geduldsspiel begann. Völlig unbeantwortet blieb die Frage nach der Qualität der neuen Verteidigungslinie. Zu harmlos präsentierte sich der Gegner.

Erlösung

Doch die Geduld, das konzentrierte Warten auf die nächste Chance, sollte belohnt werden. Es dauerte, aber sie kam in der 75. Minute: Sabitzer verlängerte die gefühlvolle Flanke von Arnautovic ins lange Eck. Österreichs Team war längst nicht mehr so gefährlich wie zu Beginn der Partie, aber wenigstens nahm die Effektivität zu.

Koller hatte verstärkt auf Offensive gesetzt, brachte nach Janko auch noch Harnik. Eine Auswechslung, die das Spiel endgültig entscheiden sollte. Als Moldaus Schlussmann den Schuss von Junuzovic nicht bändigen konnte, war Harnik zur Stelle (90.). Eine Erlösung, aber es bleibt nur ein Pflichtsieg und ein kleiner Schritt ins noch weit entfernte WM-Land Russland: Österreich bleibt Vierter in Gruppe D.

Getestet wird noch am kommenden Dienstag. In Innsbruck, gegen Finnland.

Serbien übernimmt Tabellenspitze in ÖFB-Gruppe

Serbiens Fußball-Nationalteam hat sich in der Österreich-Gruppe der WM-Qualifikation für Russland 2018 an die Spitze gesetzt. Die weiter unbesiegten Serben feierten am Freitag mit einem 3:1 in Georgien den dritten Sieg im fünften Gruppenspiel. Mit elf Zählern liegen die Balkan-Kicker in der Tabelle dank der besseren Tordifferenz nun vor Irland.

Die Serben gewannen in Tiflis trotz frühen Rückstands. Dusan Tadic traf in der Schlussminute der ersten Spielhälfte per Foulelfmeter (45.), ehe Tore von Aleksandar Mitrovic (64.) und Mijat Gacinovic (86.) Serbiens Sieg sicherstellten. Nika Katcharava hatte Georgien in der 6. Minute in Führung geschossen. Der Angreifer profitierte von einem viel zu leicht ausgefallenen Rückpass des Serben Aleksandar Kolarov. Die weiter bei nur zwei Zähler haltenden Georgier fanden danach noch eine gute Möglichkeit auf das 2:0 vor.

Die Iren mussten sich im Duell mit Wales in Dublin mit einem 0:0 begnügen. In einer Partie mit wenigen Höhepunkten spielten die Gäste in der Schlussphase nur zu zehnt. Neil Taylor sah in der 69. Minute nach einem überharten Einstieg gegen Irlands Kapitän Seamus Coleman die Rote Karte. Coleman wurde mit einem Beinbruch vom Feld getragen. Tor fiel keines mehr.

Wales weist als Dritter wie Österreich nun sieben Punkte auf. Am 11. Juni geht es in der Qualifikation weiter. Österreich gastiert dann in Irland, Serbien empfängt Wales.