Als ob Konditionstrainer Roger Spry (li.) sagen will: "Mit Köpfchen müsst ihr's machen".

© APA/ROBERT JAEGER

Länderspiel
05/31/2016

Test gegen Malta: Mit guten Ideen die Mauer einreißen

Malta ist in Klagenfurt EM-Testgegner. Die Mannschaft von der Insel verteidigt gern mit Mann und Maus.

von Alexander Strecha

Teil zwei der EURO-Vorbereitung beginnt heute mit dem Test-Länderspiel in Klagenfurt gegen Malta (20.30 Uhr/live ORFeins). Es soll weit mehr als nur eine Bewegungstherapie sein, wenngleich sich noch nicht alle Teamspieler auf ein und demselben körperlichen Level befinden, wie Teamchef Marcel Koller zugibt. "Das kommt noch im Laufe der Woche vor dem Spiel gegen die Niederlande, dann haben alle denselben Rhythmus. Das ist nicht so schwer mit dieser Truppe." Umso mehr möchte man die Sinne schärfen für die Aufgaben, die demnächst kommen.

Nach einer Woche in Laax tut der Tapeten- und Ortswechsel gut. "Damit bleibt die Vorbereitung abwechslungsreich." Das Spiel gegen Malta könnte eventuell die EM-Duelle mit Ungarn und Island, wenngleich auf anderem Niveau, simulieren. "Um Erfolg zu haben, muss man generell gut verteidigen und offensive Ideen haben, um eine Mauer einreißen zu können. Wir wollten nach dem Trainingslager einen Gegner haben, gegen den wir gezwungen sind, das Spiel zu machen."

Stammpersonal

Janko und Dragovic, vor dem Camp noch Fragezeichen, was die Fitness betrifft, sind wieder fit und einsatzbereit. Somit könnte Koller einmal mehr seine Stamm-Elf aufbieten, wenn er die Genesenen keiner Schonung unterziehen will.

Koller will weder personell noch taktisch große Experimente riskieren. Die im Probespiel gegen Schluein getestete Abwehrkette mit drei Innenverteidigern ist keine vordergründige Überlegung, im Hinterkopf behält Koller jedenfalls diese taktische Variante. Anzuwenden wäre sie, wenn man im Finish eines Gruppen-Spiels volles Risiko gehen, die Abwehr auflösen und die Offensive stärken müsste. "Wir haben das ja jetzt zum ersten Mal getestet. Aber es hat gut funktioniert, die Spieler haben es verstanden."

Geduldspiel

Das Länderspiel gegen Malta könnte auch ein guter Test für die eigenen Nerven sein. Eine Portion Geduld könnte vonnöten sein, um die kompakte Defensive von Malta zu knacken. Marc Janko: "Malta hat nur wenige Tore bekommen, in der Qualifikation auch gut gespielt. Das wird eine schwierige Aufgabe für uns. Wir müssen unser Spiel gnadenlos durchziehen."

Zlatko Junuzovic sieht das ganz ähnlich: "Malta steht kompakt, wir müssen versuchen, da durchzukommen. Sie werden auch auf Konter lauern, da müssen wir wiederum sehr wachsam sein. Es gibt immer unterschiedliche Phase in einem Spiel. Wichtig ist, dass wir schnell und richtig reagieren."

Kollers Blick richtet sich wie stets in erster Linie auf das eigene Spiel. "Gegen einen defensiven Gegner ist eine hohe Pass-Qualität sehr wichtig. Gegen die Niederlande am Samstag wird es wieder ganz anders, sie spielen schnell, technisch stark und verteidigen hoch."

David Alaba freut sich auf die nächsten Wochen. Auch weil er endlich wieder auf seiner Lieblingsposition im Mittelfeld spielen darf.

Nie stellte sich eine Elf so klar selbst auf

In Österreich gibt es acht Millionen Teamchefs, hieß es viele Jahre lang. Jeder, der sich mit Fußball beschäftigte, wussten Aufstellung und Taktik besser als der jeweilige oberste Fußball-Lehrer des Landes. Ex-Teamchef Herbert Prohaska formulierte es einmal lachend: "Wenn ich zehn Leute nach der Startelf frage, erhalte ich elf Aufstellungen."

Wenn man heute zehn Fans nach der idealen Koller-Elf befragt, wird man wohl eine einzige identische Formation erhalten: Almer, Klein, Hinteregger, Dragovic, Fuchs, Baumgartlinger, Alaba, Harnik, Junuzovic, Arnautovic, Janko = Koller’s Eleven.

In der Geschichte des österreichischen Nationalteams war selten zuvor eine Aufstellung des Nationalteams dermaßen klar wie unter Marcel Koller. Der Schweizer vertraute nicht nur seinem Stamm, den er stets einberuft, er filtert meist immer dieselben Spieler heraus, die auf dem Platz die Hymne singen dürfen. Einige Spieler wissen genau, dass sie sich beim Teamchef dafür bedanken können, weil er sie nie fallen ließ. Goalie Almer, der lange Zeit ohne Spielpraxis beim Verein Österreichs Tor hüten durfte. Ohne Fehl’ und Tadel. "Das werde ich Marcel Koller auch nie vergessen."

Richtige Mischung

Oder Torjäger Janko, den Koller gar aus Sydney zu den Spielen einfliegen ließ. Das Vertrauen zahlte sich aus, Janko traf in der Qualifikation sieben Mal. Der 32-Jährige ist sich sicher, dass Koller mit diesem Wesenszug die Einheit stärkte. "Die Mischung macht es aus, es gibt bei uns keine Gruppenbildung. Das war früher nicht immer so. Stimmung und Zusammenhalt sind überragend." Er ist sich des Leistungsdrucks jedoch bewusst. "Es ist schön zu wissen, dass ich spiele. Aber die anderen Spieler machen alle Druck, wir haben sehr wohl interne Konkurrenz. Okotie hat mich in zwei Quali-Spielen mit seinen Toren mehr als nur ersetzt." Gegen Malta wird Janko wohl nur zum Teilzeiarbeiter.

Wo soll Kollers Motto Einer für alle, alle für einen Gültigkeit besitzen, wenn nicht in Frankreich?

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