Koller musste nach dem Ungarn-Match einige Gespräche führen.

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Interview
06/17/2016

ÖFB-Teamchef Koller: "Es ist alles noch offen"

"Wir waren etwas zu nervös und wollten vielleicht zu viel", sagt der Schweizer über das Ungarn-Match.

Das Nationalteam tritt am Freitag die Reise nach Paris an, wo am Samstag (21.00 Uhr, Parc des Princes) das zweite EM-Gruppenspiel gegen Portugal auf dem Programm steht. Teamchef Marcel Koller sprach in einem auf der ÖFB-Internetseite veröffentlichten Interview über die Ausgangslage.

Die Reise nach Paris zum zweiten Gruppenspiel steht bevor. Was muss sich gegenüber dem Ungarn-Spiel ändern, um gegen Portugal erfolgreich zu sein?
Wir brauchen vor allem mehr Ruhe in unseren Aktionen, wir hatten zu viele Abspielfehler. Dann müssen wir auch in der Defensive kompakter spielen, da waren wir zu weit auseinander. Die Linien haben viel zu viel Raum gegeben. Das haben wir angesprochen und das müssen wir besser machen, dann sieht das Ganze sicher anders aus.

Wo sehen Sie die Stärken des portugiesischen Teams?
Sie haben nicht nur Ronaldo, sondern auch andere gute Spieler, von denen fast jeder mit nach vorne kommt, wenn sie im Ballbesitz sind. Was sie sehr gut machen ist das Umschalten nach Ballgewinn, da kommen drei bis vier Spieler im Vollsprint mit. Da müssen wir hellwach sein. Die individuelle Qualität von Ronaldo ist natürlich auch vorhanden. Da müssen wir schauen, dass wir ihn doppeln und dadurch auffangen können.

Hat Sie das 1:1 von Portugal gegen Island überrascht?
Nein. Ich habe mir alle Gruppenspiele der Isländer angeschaut, da sind sie sehr kompakt und diszipliniert aufgetreten, haben sich aber auch fußballerische erfolgreich qualifiziert. Wir haben im bisherigen EM-Verlauf gesehen, dass es extrem enge Spiele sind. Wenn man ein bisschen mehr Fehler macht als der Gegner und dieser das ausnutzt, dann verliert man die Spiele.

Es muss personelle Änderungen geben. Wissen Sie schon, wer anstelle von Dragovic und Junuzovic von Beginn an spielen wird?
Ja, das ich weiß schon. Aber es ist jetzt noch zu früh, da wir noch eine Reise und ein Abschlusstraining vor uns haben. Wir haben Zeit, das abzuwarten und zu schauen, ob noch irgendetwas passiert.

Wird Zlatko Junuzovic die Reise nach Paris antreten?
Ja, er wird mit dabei sein. Wir brauchen in Paris alle Physios, das ist wichtig für das ganze Team. Zlatko benötigt ebenfalls Behandlungen, also ist es besser wenn er mitkommt und diese beim Team bekommt. Wir werden alles unternehmen und einen Druckverband machen, damit der Knöchel beim Flug nicht anschwillt. Außerdem ist er natürlich auch lieber bei der Mannschaft als alleine im Hotel.

Wie gehen Sie als Teamchef nach dieser Enttäuschung mit den Spielern im Auftaktspiel um, um die bevorstehenden Herausforderung gut zu meistern?
Ich habe Einzelgespräche geführt und es gab auch Gespräche in der Gruppe, da wurde das Spiel analysiert. Dabei wurde besprochen, was wir nicht gut gemacht haben. Aber es gilt nach vorne zu schauen und die Psyche zu stärken. Wir waren etwas zu nervös und wollten vielleicht zu viel. Ich denke, dass wir das gegen Portugal besser machen können. Jetzt wollen wir die Ruhe finden, die absolut notwendig ist, um das Passspiel aufzuziehen.

Die Rollenverteilung ist im Spiel gegen Portugal eine andere. Sie haben Portugal als Favorit in der Gruppe F bezeichnet. Kann diese geänderte Rollenverteilung gegenüber dem Ungarn-Spiel ein Vorteil sein?
Ich denke, dass das nicht so eine Rolle spielt. Man muss versuchen – und das macht ohnehin jede Mannschaft - das Beste abzurufen und Punkte mitzunehmen. Wir haben noch zwei Spiele und es ist alles noch offen. Ob da jetzt Portugal kommt oder ob es Island ist, darf keine Rolle spielen. Wir müssen uns top vorbereiten. Die Spieler müssen schauen, dass sie ihre Leistung individuell bringen und dass wir als Team eine kompakte Einheit bilden.

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