Birkir Saevarsson avancierte zum Unglücksraben.

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Sport | Fußball-EM
06/18/2016

Ungarn rettet Remis gegen Island

Ein Eigentor von Saevarsson befördert Ungarn so gut wie ins Achtelfinale.

Obwohl das Spiel der Isländer weniger erwärmte als ein Geysir und der Vulkan Eyjafjalla vor einigen Jahren aktiver war, wären sie fast als Sieger abgetreten. Die Ungarn schafften aber in der 88. Minute noch den verdienten Ausgleich zum 1:1. Die Ungarn stehen damit so gut wie im Achtelfinale, Island muss zittern.

„Wir brauchen einen guten Team-Spirit, um erfolgreich sein zu können“, hatte Ungarns Co-Trainer Andreas Möller (Weltmeister 1990) gesagt. Für Österreich hat es gereicht, gegen Island gestaltete sich die Auseinandersetzung insofern anfangs schwierig, als die Isländer zumeist mit dem selben Rezept agieren.

Die Ungarn hatten Vorteile und machten das Spiel. Kapitän Dzsudzsak war die erste Gefahrenquelle für die Isländer, seinen Schuss blockte im letzten Moment Bjarnason ab. Zuvor hatte Bödvarsson über das Gehäuse von Trainingshosen-Legende Kiraly geköpfelt. Der 40-jährige Goalie, der älteste Spieler der EM-Historie, sorgte zumindest für einen Hauch von Unterhaltung, als er sich einen Auswurf durch die Beine leistete. Wahrscheinlich war ihm fad, wie den 60.842 Zuschauern auch. Die tiefstehenden Verteidigungsreihen und die erbärmlichen Platzverhältnisse in Marseille ermöglichten bis zur 31. Minute kaum Chancen.

Da hätten die Isländer aber in Führung gehen können: Gudmundsson tauchte nach einem Kadar-Fehler alleine vor Kiraly auf, scheiterte aber am Schlussmann. Aber dann wurde Kiraly unfreiwillig zum Hauptdarsteller. Zuerst patzte er, dann foulte Kadar Swansea-Legionär Gylfi Sigurdsson nieder, der Gefoulte verwandelte den Elfmeter sicher. Die Ungarn waren die etwas bessere Elf, die Isländer waren konsequenter. Übrigens: Acht Prozent der isländischen Bevölkerung (334.300) verweilen derzeit bei der Europameisterschaft in Frankreich.

Druckvoll

Nach der Pause trabten die Isländer zunächst hinterher, die Ungarn drückten auf den Ausgleichstreffer. Kleinheisler kam zum Schuss – drüber. Und die Isländer? Ein Fallrückzieher von Bödvarsson war nett anzusehen, brachte aber nichts. Fast getroffen hätte aber sein Kollege Bjarnason aus einem Kopfball. Dafür sah Finnbogason Gelb, er fehlt daher am Mittwoch gegen Österreich. Am Ende wurde Altmeister Gudjohnsen eingetauscht, 20 Jahre nach seinem Länderspieldebüt.

In der 88. Minute spielte der eingewechselte Nikolic den Ball scharf zur Mitte, Sævarsson haute sich den Ball ins eigene Tor. Am Ende hatten die Isländer noch eine Topchance mit einem Freistoß – Gudjohnsen vergab.