Die österreichischen Teamspieler nahmen bei der EM unterschiedliche Rollen ein.

© DIENER/EM

Licht und Schatten
06/24/2016

Die Rollenverteilung beim Trauerspiel

Österreichs Teamspieler agierten in Frankreich vorwiegend unglücklich. Einer fiel positiv auf.

von Alexander Strecha, Andreas Heidenreich

Es war eine Tragödie in drei Akten, die Österreichs Fußballteam bei der EURO in Frankreich aufführte. Schon die Vorzeichen deuteten weniger auf ein Lust- als auf ein Trauerspiel hin. Wenig überzeugenden Leistungen bei den Tests und der Generalprobe gegen die Niederlande folgten beim Turnier Begleitumstände wie Verletzungen. Ein Überblick über die Rollenverteilung der Teamspieler in Frankreich:

Der Enttäuschende:David Alaba. Unbedingt wollte er auf großer Bühne beweisen, dass er im Mittelfeld ebenso wertvoll sein kann wie in der Verteidigung. Das Vorhaben scheiterte aus Gründen fehlender Form, aber auch, weil ihn Koller zwei Mal gar nicht dort einsetzte und ihm damit nichts Gutes tat. Gegen Portugal agierte er neben Harnik in einem 4-4-2 als zweite Spitze, gegen Island begann er gar als Mittelstürmer in einem 3-4-3. Das wäre nicht einmal dem experimentierfreudigen Pep Guardiola eingefallen. Der Katalane weiß: Alaba ist stark, wenn er das Spiel vor sich hat.

Der Pechvogel: Zlatko Junuzovic. Seine EM war nach 15 Minuten praktisch zu Ende, als er sich gegen die Ungarn verletzte. Er hielt im Auftaktspiel noch bis zur 60. Minute durch, danach ging es ab ins Krankenhaus. Doppelt bitter für Junuzovic, da er die EURO-Bühne nutzen wollte, um sich für andere Vereine zu empfehlen, weil er in Bremen nicht mehr spielen will. So aber ist sein vorrangiges Ziel, wieder fit zu werden.

Der Unglückliche:Aleksandar Dragovic. Ein Ausschluss und ein verschossener Elfmeter bilden Ausgangs- und Endpunkt für den Abwehrchef. Ob die starke zweite Halbzeit gegen Island am Mittwoch reicht, um den Sprung in einer größere Liga endlich zu schaffen, wird man sehen. Mit Leverkusen wäre sich der 25-Jährige einig, allein, die Klubs streiten noch um die Ablösesumme für den Österreicher.

Der Konstante: Julian Baumgartlinger. Beim 0:1 der Isländer verlor er am Mittwoch einen der wenigen Zweikämpfe. Ansonsten war er neben Goalie Robert Almer der Mr. Zuverlässig in Rot-Weiß-Rot und einer der wenigen, die ihre Normalform auch in Frankreich erreichen konnten. Steigerung in Sicht, weil er mit Leverkusen künftig auch Erfahrung in der Champions League sammeln kann.

Der Lichtblick:Alessandro Schöpf. Schon im Test gegen Malta präsentierte er sich formstark, für Koller nicht Grund genug, von Beginn an auf ihn zu setzen. Hatte in Folge zwei erfrischende Auftritte als Joker und schoss sich mit dem Tor gegen Island in die österreichische Fußball-Historie. Man darf zurecht fragen, warum er nicht früher seine Hochform ausspielen durfte. Gerade auf engem Raum gegen die defensiven Isländer. Weil ihn Koller offenbar nicht am Flügel einsetzen will, wo er beim Klub spielt, könnte in der WM-Qualifikation nach der Rückkehr von Junuzovic sogar wieder die Bank drohen.

Der Launische: Marko Arnautovic. Gute Aktionen wechselten sich mit schlechten ab, unterm Strich kam vom England-Legionär zu wenig. Zumal er bei den Tests vor der EM noch einer der auffälligen Akteure war. Er ließ sein wahres Können zu selten aufblitzen und tauchte gegen Ungarn und Portugal unter, als ihn das Team dringend benötigte. Ein teilweiser Rückfall in altes Verhalten.

Der Ausfall: Marc Janko. Er kam nicht fit zur EM und wurde während des Turniers nicht fitter. Ihn hätte Koller an vorderster Front gebraucht, da es keine gleichwertige Alternative zu Janko gibt, musste Koller improvisieren. Das Resultat ist bekannt.

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