Shaqiri (re.) erzielte das bislang schönste Tor dieser EM - für den Aufstieg reichte es nicht.

© REUTERS/Max Rossi

EURO 2016
06/25/2016

Polen erster EM-Viertelfinalist

Die Polen setzen sich nach Elfmeterschießen gegen die Schweiz durch.

Polen hat sich bei der Fußball-Europameisterschaft als erste Mannschaft für das Viertelfinale qualifiziert. Das Team von Adam Nawalka besiegte am Samstag in St. Etienne die Schweiz mit 5:4 im Elfmeterschießen. Nach 120 Minuten stand es 1:1. Die Treffer erzielten Jakub Blaszczykowski (39.) bzw. Xherdan Shaqiri (82.). Den entscheidenden Elfmeter verwandelte Grzegorz Krychowiak.

Somit blieb Polen im ersten K.o.-Spiel bei einem Großereignis seit 30 Jahren erfolgreich. Das Viertelfinale findet am kommenden Donnerstag in Marseille statt (21.00 Uhr), der Gegner wird am Samstagabend zwischen Kroatien und Portugal ermittelt.

Schweiz - Polen in Bildern:

Switzerland v Poland - EURO 2016 - Round of 16

Switzerland v Poland - EURO 2016 - Round of 16

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Robert Lewandowski, Valon Behrami

Switzerland v Poland - EURO 2016 - Round of 16

FBL-EURO-2016-MATCH37-SUI-POL

Switzerland v Poland - EURO 2016 - Round of 16

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TOPSHOT-FBL-EURO-2016-MATCH37-SUI-POL

Switzerland's Xherdan Shaqiri, not in photo, score…

Switzerland v Poland - EURO 2016 - Round of 16

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Switzerland v Poland - EURO 2016 - Round of 16

Nervöse Anfangsphase

Die Polen hatten den besseren Start in die Partie. Nach nicht einmal einer halben Minute hätte es 1:0 für Nawalkas Mannen stehen müssen. Nach einem Missverständnis in der Schweizer Hintermannschaft rutschte Robert Lewandowski in einen Rückpass von Johan Djourou. Den Abpraller des Pressballes mit Nati-Torhüter Yann Sommer konnte Arkadiusz Milik jedoch nicht im leeren Tor unterbringen.

Die Szene war bezeichnend für die Anfangsphase. Beide Mannschaften begannen nervös, fabrizierten viele unerzwungene Abspielfehler. Ein Spielfluss entwickelte sich zunächst kaum. Nach gut einer Viertelstunde beruhigte Polen das Geschehen etwas, gegen die dicht gestaffelte Abwehr der Eidgenossen gab es zunächst jedoch kein Durchkommen.


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Die beste Chance auf den Schweizer Führungstreffer vergab Blerim Dzemaili, der nach einer Hereingabe von Shaqiri nur das Außennetz traf (10.). Es sollte ein Strohfeuer bleiben. Die Polen erhöhten mit Fortdauer der ersten Hälfte zunehmend den Druck, der Führungstreffer durch Blaszczykowski zeichnete sich ab. Nach einem weiten Auswurf von Lukasz Fabianski, der den nach wie vor angeschlagenen Stammgoalie Wojciech Szczesny vertrat, marschierte Kamil Grosicki die Seitenlinie entlang. Seine Hereingabe ließ Milik zum komplett frei stehenden Blaszczykowski passieren, der durch die Beine von Sommer zur verdienten Pausen-Führung einschob.

Nach der Pause hatte die Schweiz ihre stärkste Phase, die beste Chance vergab Shaqiri, der seinen Schuss zu zentral platzierte (50.). Im Gegenzug missglückte Lewandowski eine Flanke in einer aussichtsreichen Kontersituation (53). In weiterer Folge wurde die Partie ruppiger. Unter den Behandlungspausen, die sich jetzt häuften, litt wenig überraschend der Spielfluss.

Eidgenossen im Pech

Nach einer schöpferischen Pause war es Ricardo Rodriguez, der Fabianski mit einem ausgezeichnet getretenem Freistoß prüfte. Der Schlussmann von Swansea City parierte den Schuss gerade noch zum Eckball (73.). In der 78. Minute kam für die Eidgenossen Pech hinzu. Zunächst wurde ein Schuss von Djourou geblockt, den Nachschuss setzte Haris Seferovic an die Latte.

Der Ausgleich durch Shaqiri war dafür dann ebenso sehenswert wie verdient. Der Mittelfeldspieler von Stoke City traf per Fallrückzieher von der Strafraumgrenze. In der Schlussphase hatten beide Teams zwar noch gute Gelegenheiten aber sowohl der eingewechselte Derdiyok, als auch Lukasz Piszczek vergaben die besten Chancen ihrer Teams. (117., 120.).

Nach torloser Verlängerung hatten die Polen schließlich im Elfmeterschießen das bessere Ende für sich. Für die Schweiz verschoss Granit Xhaka, Krychowiak machte alles klar.

Shaqiri: "Die Enttäuschung ist riesig"

Vladimir Petkovic (Trainer Schweiz): "Wir haben viele Chancen gehabt und hätten uns einen besseren Ausgang verdient. Es ist ein emotionaler Moment. Wir haben nach einem schwachen Beginn das Kommando übernommen, und ab dann gut gespielt. Am Ende hätten wir noch ein Tor schießen müssen. Wir waren zu nervös, haben zwei, drei Fehler gemacht, aber das haben wir abgestellt. Wir müssen uns immer weiter verbessern und aus solchen Spielen lernen."

Adam Nawalka (Trainer Polen): "Es war ein hartes Spiel, aber wir darauf vorbereitet. Das Schweizer Team ist eine Weltklassemannschaft, sie haben sich hervorragend präsentiert. Sie haben ein riesiges Potenzial, wollten immer das Tor schießen. Sie haben uns in der zweiten Hälfte etwas hinten reingedrückt. Aber dann haben wir unsere Klasse gezeigt, wir haben das Spiel wieder unter Kontrolle gebracht. Es war sehr emotional, meine Mannschaft hat hervorragend gespielt. Wir sind froh, dass wir das Glück auf unserer Seite hatten und freuen uns auf das Viertelfinale."

Xherdan Shaqiri (Torschütze Schweiz): "Die Enttäuschung ist riesig. Wir haben alles gegeben, hatten die besseren Chancen und spielten besser als die Polen. Wir hätten etwas Historisches schaffen können, das gelang uns nicht. Wir dürfen aber trotzdem stolz sein. Am Schluss fehlte uns das Glück. Granit Xhaka darf man für den verschossenen Penalty keinen Vorwurf machen."

Yann Sommer (Torhüter Schweiz): "Das ist sehr bitter für uns. Es war ein schweres Spiel bei schweren Bedingungen über 120 Minuten. Beim Elfmeterschießen ist immer auch Glück ein Faktor. Wir haben ein gutes Spiel gemacht und hätten es verdient, weiterzukommen. Wir waren heute die bessere Mannschaft. So ist Fußball. Wir haben zu ängstlich begonnen, aber wir haben gekämpft bis zum Schluss."

Kamil Grosicki (Mittelfeldspieler Polen): "Ich freue mich für die ganze Mannschaft. Das Elfmeterschießen ist natürlich Glücksache, und davon hatten wir heute mehr. Wir wussten, dass die Schweiz ein harter Brocken ist, und wir haben ihn gemeistert."

Jakub Blaszczykowski (Torschütze Polen): "Das ist ein historischer Moment für uns. In der zweiten Halbzeit waren wir vielleicht etwas zu passiv, aber es ging auf."

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