Die Entscheidung: Graziano Pelle setzte in der Nachspielzeit den Deckel drauf.

© REUTERS/Max Rossi

EURO 2016
06/13/2016

Italien entzaubert Titelanwärter Belgien

Die älteste Mannschaft der EM-Geschichte beeindruckt beim 2:0 gegen die hoch gehandelten Belgier.

Irgendwie waren die Italiener vor der EM für sämtliche Experten eine Wundertüte gewesen. Kaum einer hatte dieses Team der Oldies und Nobodys wirklich auf der Titelrechnung, zugleich wollte aber auch keiner den Weltmeister von 2006 vorzeitig abschreiben. Dabei schrieb selbst der renommierte Corriere della Sera zuletzt von der " Nationalmannschaft mit dem geringsten Aufgebot an Talenten seit Menschengedenken."

Nach dem beeindruckenden wie begeisternden ersten Gruppenspiel gegen Belgien (2:0) kann nun festgehalten werden: In der aktuellen Squadra Azzurra steckt doch mehr, als die meisten gedacht hatten. Dass das italienische Team einen enormen Erfahrungsschatz besitzt, das war hinlänglich bekannt – mit einem Altersschnitt von 31,5 Jahren schickte Antonio Conte am Montag überhaupt die älteste Mannschaft der EM-Historie aufs Feld.

Dass die Italiener aber nicht nur geschickt und gerissen verteidigen können, sondern obendrein auch noch gepflegt und gekonnt Angriffe vortragen, das stellten sie in Lyon im Duell mit dem Geheimfavoriten Belgien eindrucksvoll unter Beweis.

Belgien - Italien in Bildern:

Marouane Fellaini, Matteo Darmian

Radja Nainggolan, Leonardo Bonucci

Belgium v Italy - EURO 2016 - Group E

Belgium v Italy - EURO 2016 - Group E

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Belgium v Italy - EURO 2016 - Group E

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FBL-EURO-2016-MATCH10-BEL-ITA

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Belgium v Italy - EURO 2016 - Group E

Belgium v Italy - EURO 2016 - Group E

Belgium v Italy - EURO 2016 - Group E

Belgian players Belgium's Divock Origi, center, an…

Belgium v Italy - EURO 2016 - Group E

Augenweide

Der Führungstreffer war von der Grundidee bis zur Ausführung wohl das sehenswerteste Tor bisher bei dieser EM-Endrunde. Schon der präzise 45-Meter-Pass von Verteidiger Bonucci war ein Hingucker, aber was dann erst Giaccherini mit der Steilvorlage anstellte, war schlicht eine Augenweide. Mit links angenommen, mit rechts abgeschlossen – genial einfach, einfach genial (32.).

Bei diesem Gegentor offenbarte sich freilich auch das große Dilemma der Belgier. In der Offensive mag das Team ja vielleicht mit etlichen Künstlern und Tricksern bestückt sein, in der Hintermannschaft ist die Elf von Marc Wilmots allerdings im Hintertreffen. Gegen Candreva und Pelle musste Goalie Courtois die belgische Elf zwei Mal vor der frühen Vorentscheidung retten, dazu verfehlte ein Kopfball von Pelle nur knapp das Tor.

Die Belgier? Die blieben meist den Beweis schuldig, wieso sie als Mitfavorit auf den EM-Titel gehandelt wurden. Gegen die italienischen Abwehrkünstler fehlten den Belgiern die Ideen, und in den wenigen wirklich gefährlichen Szenen mangelte es an Durchschlagskraft.

Kaltschnäuzigkeit stellten vielmehr die Italiener im Finish unter Beweis, als Pelle den verdienten 2:0-Sensationssieg fixierte (93.).

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