Hinterher: Rapid-Einkauf Traustason (l.) kämpft um EM-Einsätze für Island

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Österreich-Gegner
06/06/2016

Coole Isländer: "Bei uns schiebt keiner Panik"

EM-Debütant: Ex-Ried-Coach Kolvidsson ist Team-Analytiker bei Österreich-Gegner Island.

von Alexander Huber

Den ersten Sieg hat Island bereits vor dem EM-Debüt errungen: Arna Yr Jonsdottir wurde in Deutschland zur "Miss EM" gekürt. Die 21-jährige Hebamme setzte sich gegen die 23 Konkurrentinnen aus den EM-Ländern durch.

Heute soll der nächste, sportlichere Mutmacher für den kleinsten EURO-Starter (332.000 Einwohner) folgen: im letzten Test vor dem Auftakt in der Österreich-Gruppe gegen Portugal ist gegen Liechtenstein ein Erfolg zu erwarten. Während Österreich – im letzten Spiel am 22. Juni könnte sich der Aufstieg entscheiden – mit dem Dämpfer der 0:2-Niederlage gegen die Niederlande zu kämpfen hat, sollen die Isländer noch Selbstvertrauen sammeln. Doch Ex-Ried-Trainer Helgi Kolvidsson warnt. "Du kannst dir international ohnehin kein Opfer mehr aussuchen. Man kann es auch anders machen und so wie die Ungarn bewusst in Deutschland gegen das stärkste Team antreten", sagt der 30-fache Teamspieler, der zum isländischen Kollektiv der Gegner-Analytiker zählt.

Ungarn unter der Lupe

Kolvidsson beobachtete in Gelsenkirchen die Ungarn. Seine Analysen bespricht der 44-Jährige dann mit Teamchef Lars Lagerbäck und dessen Assistenten Heimir Hallgrimsson, der Lagerbäck nachfolgen könnte. Der 67-jährige Schwede hört nach dem Turnier auf. "Hallgrimsson hat den Aufstieg dieses Teams mitgeprägt".

Im Teamcamp in Frankreich wird Kolvidsson auch wieder auf Arnor Ingvi Traustason treffen. Der 23-Jährige wird nach der EURO zu Rapid wechseln, vor der Unterschrift für die Wiener gab es Beratungen mit Österreich-Experte Kolvidsson. "Mit drei Toren in nur sechs Länderspielen hat Traustason ordentlich auf sich aufmerksam gemacht." In Frankreich könnte der Rechtsfuß als erster Joker für den Flügel im unumstrittenen 4-4-2-System zum Einsatz kommen.

Die zuletzt schwachen Ergebnisse sind für Kolvidsson logisch: "Die Spieler waren körperlich auf verschiedenen Niveaus. Viele spielen in Skandinavien, wo sie durch die Ganzjahresmeisterschaft voll in Fahrt sind." Andere, wie der überragende Standard-Schütze Gylvi Sigurdsson von Swansea waren nach der Premier-League-Saison müde. "Es wurde noch individueller als sonst trainiert, um in einer Woche wieder alle auf 100 Prozent zu haben."

Schlechte Bilanz

Trotzdem, seit dem legendären 1:0-Erfolg in den Niederlanden gab es in elf Spielen nur noch zwei Siege. Mit Blick auf die in Österreich aufkommende Unruhe stellt sich die Frage, ob in Island angesichts dieser Bilanz schon die Nerven blank liegen. Kolvidsson lächelt milde. "Okay, die Spannung ist etwas verloren gegangen. Wir haben ein paar Testspiele verloren. Aber deswegen schiebt bei uns sicher keiner Panik. Alle freuen sich auf Frankreich."

Der Aufstieg ins Achtelfinale wird als möglich erachtet. Den Weg dorthin sollen – wie in der Qualifikation – Tore aus Standardsituationen ebnen. Nicht nur der Stab von Marcel Koller wird diese Standards deshalb ganz besonders genau analysieren.

Kolvidsson ist sicher, dass die Gefährlichkeit bleibt: "Auch nach der besten Analyse gibt es bei Standards Mann-gegen-Mann-Situationen. Das ist dann eine 50:50-Entscheidung, bei der wir mit unserer körperlichen Stärke die Chance suchen werden."

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