Ragnar Sigurdsson traf zum Ausgleich.

© REUTERS/Yves Herman

EURO 2016
06/27/2016

Achtelfinal-Sensation: Island schockt England

Island besiegt England im Achtelfinale völlig überraschend mit 2:1, steht im Viertelfinale.

Seit 40 Jahren sind Lars Lagerbäck und Roy Hodgson befreundet. Der 68-jährige Engländer hatte in den 1970ern und 1980ern mit großem Erfolg in Schweden gearbeitet – und war mit seinem 4-2-2 das Vorbild einer ganzen Trainergeneration. Auch der 67-jährige Lagerbäck hatte viel von Hodgson gelernt. Am Montag trickste er seinen Lehrer aus und beendete dessen Karriere als englischer Teamchef. Denn mit Island schaffte der Schwede die große Sensation.

Mit einem taktischen Bravourstück wurden die Stärken der Engländer lahmgelegt. Nach einem 2:1 steht der Außenseiter im EM-Viertelfinale und fordert am Sonntag in St-Denis Frankreich.

Das Spiel begann ganz anders als alle anderen bisherigen EM-Partien. Nach 20 Minuten waren schon drei Tore gefallen. Wenig überraschend: Die Engländer waren durch einen von Kapitän Rooney verwandelten Elfer 1:0 in Führung gegangen (4.), nachdem Keeper Halldórsson Sterling gefoult hatte.

Das Spiel in Bildern

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England v Iceland - EURO 2016 - Round of 16

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England v Iceland - EURO 2016 - Round of 16

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England v Iceland - EURO 2016 - Round of 16

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England v Iceland - EURO 2016 - Round of 16

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Doppelschlag

Was folgte, war sehr überraschend: Die Isländer drehten in nicht einmal einer Viertelstunde das Ergebnis. Das 1:1 war eine Kopie des 1:0 gegen Österreich. Nach einem Einwurf kam Ragnar Sigurdsson freistehend zum Ball und schoss ein (6.).

Auch Islands Führungstreffer wurde durch eine englische Fehlerkette begünstigt. Sigthórsson traf von der Strafraumgrenze – auch unter gütiger Mithilfe von Englands Keeper Joe Hart (18.).

Das zweite Gegentor war ein Wirkungstreffer. Von Minute zu Minute wurde die Verzweiflung bei den Engländern größer. Es fehlten Ideen und Lösungen, um den Abwehrriegel zu knacken.

Die Isländer warfen alles in das Spiel, was sie haben, wandten jedes erlaubte und unerlaubte Mittel an – angetrieben von 10.000 Fans. Hodgson reagierte, brachte zur Pause den spielstärkeren Wilshere für Dier.

Aber an der Einfallslosigkeit änderte sich wenig. Fast wäre die Partie in der 55. Minute entschieden gewesen. Doch Ragnar Sigurdsson scheiterte mit einem Fallrückzieher an Hart.

England musste noch mehr riskieren. Hodgson brachte mit Vardy seinen nächsten Joker. Doch auch mit dem Leicester-Torjäger wurde der Druck nicht größer. Die Zeit lief den Engländern davon. Die Mittel wurden immer untauglicher. Eine Chance auf den Ausgleich gab es keine mehr.