Am Limit: Froome musste am vorletzten Tag der Tour mehr kämpfen, als ihm lieb war

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Tour de France
07/25/2015

Froome siegt zum zweiten Mal

Der 30-jährige Brite zeigte Schwächen und gewann doch wie schon 2013 in Frankreich.

von Stefan Sigwarth

Zum zweiten Mal nach 2013 heißt der Sieger der Tour de France Christopher Froome: Mit dem fünften Rang auf der vorletzten Etappe von Modane Valfréjus nach Alpe d’Huez hat der 30-Jährige aus dem Team Sky sein Saisonziel erreicht. Es war allerdings ein harter Kampf für den Briten, der auf den letzten beiden Alpenetappen einige Schwächen zeigte.

Auch die 110,5 Kilometer über den Col de la Croix de Fer und der legendäre Schlussanstieg in die Skistation Alpe d’Huez forderten Froome bis ans Limit, speziell sein australischer Edelhelfer Richie Porte hatte viel Arbeit, um seinen Kapitän den Berg hinaufzubringen. Doch es sollte reichen.

Was hatten seine Gegner nicht alles versucht? Titelverteidiger Vincenzo Nibali kam erst im Finish der heurigen Tour de France auf Touren und nutzte einen technischen Defekt an Froomes Rad am Freitag zur entscheidenden Attacke, die dem Italiener vom kasachischen Astana-Team wenigstens den ersehnten Etappensieg bescherte.

Nairo Quintana, der Kolumbianer aus dem Hochgebirge (sein Heimatort liegt auf 2800 Metern), startete zwar in den Bergen Attacke um Attacke, konnte aber nicht mehr entscheidend auf Froome aufholen. 30 Sekunden am Freitag, 1:20 Minuten am Samstag – am Schluss fehlten dem 1,67 Meter kleinen Kletterer aus dem Movistar-Team 1:12 Minuten zum Sieg. Als schwacher Trost bleiben Quintana das Trikot des besten Nachwuchsfahrers und der zweite Platz in der Endabrechnung der Tour de France 2015, den er schon 2013 innehatte. Hinter Christopher Froome.

Alberto Contador wiederum war nach seinem kräftezehrenden Sieg beim Giro d’Italia nicht in der körperlichen Verfassung, um um den Gesamtsieg mitzufahren. Mehrfach musste der Spanier wegen drohender Krämpfe Kollegen aus dem Saxo-Tinkoff-Team nach vorn holen, um sich zumindest psychologisch die Berge hinaufziehen zu lassen.

Trotz Zuschauerattacken mit Urin und Spucke, trotz unterstellten chemischen und/oder technischen Dopings behielt Christopher Froome die Ruhe, und auch die Buhrufe einiger Zuschauer entlang des Anstiegs nach Alpe d’Huez konnten ihn nicht mehr von seinem Plan abbringen.

Französischer Feiertag

Den Tagessieg holte sich Thibaut Pinot aus der Equipe FDJ, der 18 Sekunden vor dem heranbrausenden Nairo Quintana ins Ziel retten konnte; es war der dritte Erfolg für einen Franzosen bei der heurigen Tour. Der Spanier Alejandro Valverde bestätigte als Vierter hinter dem Kanadier Ryder Hesjedal die starke Form der beiden Movistar-Vorfahrer.

Am Sonntag geht es über 109,5 Kilometer von Sèvres-Grand Paris Seine Ouest auf die Pariser Champs-Elysées, und Christopher Froome darf sich nach all den Anstrengungen endlich über einen ruhigen Tag freue. Denn traditionell wird auf der letzten Etappe der Mann in Gelb nicht mehr attackiert. Zuvor allerdings hatte das Peloton noch die Überstellung vom Zielort am Samstag zum Startort am Sonntag zu absolvieren – und das waren beachtliche 509 Kilometer Luftlinie.

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