Sport
07.06.2017

French Open: Wawrinka im Halbfinale gegen Murray

Stan Wawrinka zog ohne Satzverlust ins Halbfinale ein. Sein Gegner am Freitag ist der Weltranglistenerste Andy Murray.

Nach Rafael Nadal und Dominic Thiem sind am "Super-Mittwoch" bei den mit 36 Mio. Euro dotierten French Open auch der Roland-Garros-Sieger von 2015 und der Vorjahresfinalist ins Halbfinale eingezogen. Stan Wawrinka fegte Marin Cilic (CRO-7) in 100 Minuten 6:3,6:3,6:1 vom Court, Andy Murray hatte mit Kei Nishikori (JPN-8) beim 2:6,6:1,7:6 (0),6:1 doch etwas mehr Mühe.

Damit stehen die Halbfinal-Schlager Nadal-Thiem und Wawrinka-Murray am Freitag fest. Der Weltranglisten-Erste aus Schottland war nach dem Erreichen seines vierten French-Open-Halbfinales in Folge, seinem insgesamt fünften in der Seine-Stadt, sehr zufrieden. Im ersten Satz hatte er gegen Nishikori noch Schwierigkeiten, sich auf die doch recht windigen Bedingungen einzustellen, sagte er danach. "Ich musste mehr Geschwindigkeit in meine Schläge bringen, er hat viele Punkte im ersten Satz diktiert. Aber dann bin ich aggressiver geworden", resümierte Murray das Duell mit dem Asiaten.

Die Chance zur Revanche

In einer Wiederholung des Vorjahres-Semifinales trifft er nun erneut auf Wawrinka, den Roland-Garros-Sieger von vor zwei Jahren. "Er hat bisher fantastisch gespielt und keinen Satz verloren", wusste Murray. "Ich musste vergangenes Jahr eines meiner besten Matches auf Sand spielen, um zu gewinnen", sprach der Weltranglisten-Erste die Stärke seines nächsten Gegners an. Jedenfalls sei er "happy", wieder im Semifinale zu stehen. "Es war hier nicht immer einfach für mich, aber die letzten paar Jahre waren toll."

Auch "Stan the man" hat sich zum dritten Mal en suite für die Vorschlussrunde des größten Sandplatz-Turniers der Welt qualifiziert. Gegen Cilic, der selbst ohne einen Satzverlust ins Viertelfinale eingezogen war, war Wawrinka von Beginn weg der Chef auf dem Platz. Wawrinka ist mit 32 Jahren und 75 Tagen übrigens der älteste Spieler im Semifinale von Roland Garros seit Jimmy Connors 1985 (32 Jahre, 280 Tage).

Wawrinka macht "derzeit alles gut"

"Das war ein perfektes Match", meinte Wawrinka nach seinem Auftritt und ergänzte, "ich war körperlich gut, habe mich gut bewegt und habe genau gespielt." Wawrinka hatte unmittelbar vor den French Open in Genf triumphiert und präsentiert sich in Paris ähnlich wie Nadal und Thiem in bestechender Form.

"Ich mache derzeit alles gut. Seit Genf hab ich mein Selbstvertrauen gefunden und spiele besser als letztes Jahr", sagte Wawrinka. Nadal profitierte im Viertelfinale von der Aufgabe Pablo Carreno Bustas, Wawrinka und Thiem haben jeweils immer Drei-Satz-Siege gefeiert.

Gegen Murray kann man Wawrinka durchaus leicht favorisieren, wenn man sich die bisherigen Leistungen ansieht. "Es ist immer interessant gegen die Nummer eins der Welt in einem Grand Slam zu spielen. Es spielt keine Rolle, ob ich letztes Jahr gegen ihn verloren habe", meinte auch Wawrinka.

Und was sagt der Schweizer dazu, dass er der älteste Paris-Halbfinalist seit 1985 ist? "Tennis hat sich enorm verändert. Schaut auf die Top 5, wir sind alle über 30. Ich denke, das ist noch nie passiert", erklärte Wawrinka schmunzelnd. Die Stars spielen zudem länger als früher. "Es ist heute schwerer, als ganz junger Spieler ganz nach oben zu kommen. Ich bin Teil der Alten, aber mental fühle ich mich sehr jung: Ich bin erst seit ein paar Jahren in den Top 5."