Sport | Formel-1
14.07.2017

Formel 1: Vettel mit neuem Cockpitschutz "schwindlig"

Nach dem "Heiligenschein" folgt der "Schild": Am Freitag rückt Sebastian Vettel als erster mit der neuen Scheibe aus.

Der Freitag vor dem Grand Prix von England in Silverstone bringt eine kleine Revolution mit sich: Erstmals fuhr ein Formel-1-Auto mit der neuen "Shield" genannten Schutzvorrichtung auf der Strecke. Ferrari-Star Sebastian Vettel hatte die Schutzscheibe im Freitagstraining einem ersten Streckentest unterzogen. Die FIA zieht nach den ersten Tests im vergangenen Jahr das Shield-Konzept dem damals getesteten "Halo", also Heiligenschein, vor.

Vettel zeigte sich von dem neuen System noch nicht überzeugt. "Mir wurde ein bisschen schwindelig. Es war, als würde man schielend durch die Gegend fahren." Die starken Reflexionen waren schon im Vorfeld als mögliches Problem ausgemacht worden.

FIA um Cockpitschutz bemüht

Nach den tödlichen Unfällen von Jules Bianchi und Justin Wilson hat der Motorsport-Weltverband FIA die Entwicklung eines Cockpitschutzes für die Formel 1 vorangetrieben. In der vergangenen Saison wurden die ersten Streckentests mit einem solchen Schutz durchgeführt.

Schon damals waren Fahrer und Fans geteilter Meinung. Daran hat sich auch mit dem Shield-Konzept nichts geändert. Während die FIA auf eine Einführung zur Saison 2018 hofft, äußert etwa Red-Bull-Teamchef Christian Horner Kritik an dem Konzept. Er fürchtet, dass man mit aller Macht versuchen werde, ein unausgereiftes System zum Einsatz zu bringen.

"Es gibt viele Probleme, die mich zweifeln lassen. Ich glaube nicht, dass der Shield den gleichen Tests unterzogen wurde wie Halo", so Horner. "Wir werden uns auf das Feedback der Fahrer verlassen. Es darf nicht zu dunkel sein, es darf nicht blenden, es darf nicht zu viel Öl darauf sein - all diese Dinge."

Bereits zum Zeitpunkt der ersten Halo-Tests hatte ausgerechnet Red Bull ein dem Shield sehr ähnliches Konzept namens Aeroscreen getestet. Weil sich die FIA zu diesem Zeitpunkt aber auf den Halo-Bügel konzentrieren wollte, stellte Red Bull die Entwicklung ein.