Sport | Formel-1
27.08.2017

Start-Ziel-Sieg für Hamilton in Spa

Der Brite gewinnt den Großen Preis von Belgien vor Sebastian Vettel, der seine WM-Führung behaupten kann.

Lewis Hamilton hat in seinem 200. Formel-1-Rennen den 58. Sieg gefeiert. Der Mercedes-Pilot gewann am Sonntag in Spa vor dem WM-Führenden Sebastian Vettel im Ferrari. Den dritten Platz sicherte sich bereits zum fünften Mal in diesem Jahr Daniel Ricciardo im Red Bull. In der Gesamtwertung verkürzte Hamilton seinen Rückstand auf sieben Punkte, Teamkollege Valtteri Bottas ist nach wie vor Dritter.

Als Fünfter hinter Kimi Räikkönen im zweiten Ferrari verpasste Bottas das Podest aber deutlich. Nico Hülkenberg holte für Renault den sechsten Platz. Wieder einmal Pech hatte Max Verstappen, der seinen sechsten Ausfall in der laufenden Saison hinnehmen musste. Schon sieben Ausfälle hat Fernando Alonso zu Buche stehen, der auch auf dem Ardennen-Kurs von seinem McLaren-Honda im Stich gelassen wurde.

"Das Team hat einen großartigen Job gemacht. Seb hat einen tollen Fight geliefert", sagte Hamilton nach seinem fünften Sieg 2017. Der 32-Jährige war zum 68. von der Poleposition in ein Formel-1-Rennen gestartet. Damit stellte er den Rekord von Michael Schumacher ein, der an gleicher Stelle 1992 seinen ersten von 91 Siegen gefeiert hatte.

Nur Safety-Car-Phase war spannend

Nach einem Start ohne Zwischenfälle fuhren Hamilton und Vettel vorneweg, ihre finnischen Teamkollegen Bottas und Räikkönen konnten das Tempo nicht ganz mitgehen. Hamilton wechselte nach dem ersten Viertel der Renndistanz zuerst auf Soft-Reifen, Vettel tauschte zwei Runden später und blieb - wie auch das gesamte übrige Rennen - hinter dem Briten.

Interessant wurde es noch einmal während eines Safety-Car-Einsatzes, ausgelöst durch eine gedankenlose Kollision zwischen den beiden Force-India-Autos, die Sergio Perez den rechten Hinterreifen und Esteban Ocon seinen linken Frontflügel kostete. Vettel wechselte nun auf die schnellere Ultrasoft-Mischung. Hamilton und Bottas aber bekamen einen neuen Soft-Satz, da Mercedes keine neuen Ultrasoft mehr zur Verfügung hatte.

Ricciardo überholte nach dem Restart Bottas und schob sich auf den dritten Platz, Vettel kam vorne jedoch nicht an Hamilton vorbei. Eine einzige gefährliche Attacke des viermaligen Weltmeisters wehrte der Dreifach-Champion ab. "Es zeigt, dass es einfach schwierig ist zu überholen, und der Lewis ist einfach ein super Rennen gefahren", erklärte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff im ORF-Interview.

"Es hat Spaß gemacht. Ich habe gewartet, dass Lewis einen Fehler macht, aber das hat er nicht", erläuterte Vettel, der mit seinem Restart nicht glücklich war. "Ich habe geschaut, dass ich nicht zu weit weg bin, aber dann war ich zu nahe." Mit dem Speed und der Laufleistung seines Ferrari zeigte sich der 30-Jährige aber zufrieden. "Wir haben auf solchen Strecken einen Schritt nach vorne gemacht."

Red Bull ratlos

Pechvogel Verstappen musste seinen Red Bull RB13 bereits in der neunten Runde auf der Strecke abstellen. Zuvor hatte der 19-Jährige über massiven Leistungsverlust geklagt. Für den in Hasselt in Belgien geborenen Niederländer war es im zwölften Rennen der bereits sechste Ausfall. "Für ein Topteam darf das nicht passieren. Das ist richtig schlecht", beklagte sich Verstappen, der das gesamte Wochenende über von einer gigantischen Fangemeinde unterstützt wurde.

"Zuerst hat es geheißen, es war die Zündkerze, jetzt sollen es nur Sensoren gewesen sein", erklärte Red-Bull-Berater Helmut Marko. "Diese Ausfallserie, diese Probleme sind schwer zu ertragen." Im Moment wisse man im Team nicht, "was wir da machen sollen".

Ein Hauch von Schumi

Schon vor dem Rennen sorgte Mick Schumacher für einen emotionalen Moment. Der Sohn von Michael Schumacher drehte eine Runde im Benetton, mit dem sein Vater 1994 den ersten seiner sieben Titel errungen hatte. "Da waren sehr viele Emotionen dabei", sagte der 18-Jährige. "Es war mega, so ein Auto fahren zu dürfen."

Grand Prix von Belgien (44 Runden a 7,004 km = 308,052 km)

1.

Lewis Hamilton (GBR)

Mercedes

1:24:42,820 Std.

Schnitt:

220,037 km/h

2.

Sebastian Vettel (GER)

Ferrari

+2,358

3.

Daniel Ricciardo (AUS)

Red Bull

+10,791

4.

Kimi Räikkönen (FIN)

Ferrari

+14,471

5.

Valtteri Bottas (FIN)

Mercedes

+16,456

6.

Nico Hülkenberg (GER)

Renault

+28,087

7.

Romain Grosjean (FRA)

Haas

+31,553

8.

Felipe Massa (BRA)

Williams

+36,649

9.

Esteban Ocon (FRA)

Force India

+38,154

10.

Carlos Sainz jr. (ESP)

Toro Rosso

+39,447

11.

Lance Stroll (CAN)

Williams

+48,999

12.

Daniil Kwjat (RUS)

Toro Rosso

+49,940

13.

Jolyon Palmer (GBR)

Renault

+53,239

14.

Stoffel Vandoorne (BEL)

McLaren

+57,078

15.

Kevin Magnussen (DEN)

Haas

+1:07,262

16.

Marcus Ericsson (SWE)

Sauber

+1:09,711

17.

Sergio Perez (MEX)

Force India

+2 Runden

Ausgeschieden: Fernando Alonso (ESP) McLaren, Max Verstappen (NED) Red Bull, Pascal Wehrlein (GER) Sauber

Schnellste Runde: Sebastian Vettel (GER) Ferrari in der 41. Runde in 1:46,577 Min. (Schnitt 236,580 km/h)

WM-Stand (nach 12 von 20 Rennen):

1.

Sebastian Vettel (GER)

Ferrari

220

2.

Lewis Hamilton (GBR)

Mercedes

213

3.

Valtteri Bottas (FIN)

Mercedes

179

4.

Daniel Ricciardo (AUS)

Red Bull

132

5.

Kimi Räikkönen (FIN)

Ferrari

128

6.

Max Verstappen (NED)

Red Bull

67

7.

Sergio Perez (MEX)

Force India

56

8.

Esteban Ocon (FRA)

Force India

47

9.

Carlos Sainz jr. (ESP)

Toro Rosso

36

10.

Nico Hülkenberg (GER)

Renault

34

11.

Felipe Massa (BRA)

Williams

27

12.

Romain Grosjean (FRA)

Haas

24

13.

Lance Stroll (CAN)

Williams

18

14.

Kevin Magnussen (DEN)

Haas

11

15.

Fernando Alonso (ESP)

McLaren

10

16.

Pascal Wehrlein (GER)

Sauber

5

17.

Daniil Kwjat (RUS)

Toro Rosso

4

18.

Stoffel Vandoorne (BEL)

McLaren

1

Konstrukteurs-WM (nach 12 von 20 Rennen):

1.

Mercedes

392

2.

Ferrari

348

3.

Red Bull

199

4.

Force India

103

5.

Williams

45

6.

Toro Rosso

40

7.

Haas

35

8.

Renault

34

9.

McLaren

11

10.

Sauber

5