Sport | Formel-1
21.06.2017

Formel 1: Auer beim Test im Force India?

Bei den Formel-1-Testfahrten in Budapest Ende Juli könnte Lucas Auer erstmals im Cockpit eines Formel-1-Boliden sitzen.

Die Formel-1-Testfahrten in Budapest Ende Juli könnten eine Premiere bringen. DTM-Pilot Lucas Auer soll dort am Steuer des Force-India-Boliden seine erste Ausfahrt in einem Formel-1-Wagen absolvieren."Es steht im Raum, es gibt Gespräche, aber noch keinen Vollzug. Aber wir hoffen drauf", sagte Pressebetreuer Christian Kuda zur APA.

Auer hat einen erfolgreichen Start in seine dritte DTM-Saison hinter sich. Mit zwei Siegen aus den ersten vier Rennen lag er vor dem DTM-Wochenende in Budapest in der Gesamtwertung an der Spitze, das Wochenende in Ungarn wurde für Auer und das gesamte Mercedes-Team aber zum Fiasko. Auer reiste ohne Punkte ab und verlor die Gesamtführung.

"Lucas macht einen sensationellen Job"

Kein Grund, den angedachten Test wieder unter den Tisch fallen zu lassen - zumindest nicht, wenn es nach Auers Onkel, DTM-Boss Gerhard Berger geht. "Lucas hat in der DTM bis Ungarn geführt. Für den Abschuss im ersten Rennen konnte er gar nichts, den Boxenstopp am zweiten Tag hat er verhaut. Aber: Er war ganz klar wieder der schnellste Mercedes übers ganze Wochenende. Lucas macht momentan einen sensationellen Job."

Er habe heuer bewiesen, dass er Potenzial habe, meinte Berger. "Dann kann man schauen, wer auf ihn aufmerksam wird." Auer wäre nicht der erste, der den Sprung aus der deutschen Tourenwagen-Meisterschaft in die Formel 1 wagt. Auch Pascal Wehrlein und Paul di Resta gingen schon diesen Weg - Wehrlein debütierte 2016 für das Manor-Team und geht aktuell für Sauber an den Start. Di Resta startete von 2011 bis 2013 für Force India.

Zumindest keine farbliche Umstellung

Ein Indikator: Der Hauptsponsor von Force India ist seit Saisonbeginn das österreichische Unternehmen BWT, das auch für die auffällige pinke Lackierung der indischen Boliden verantwortlich zeichnet. Auer pilotiert in der DTM einen ebenfalls in den Farben von BWT gehaltenen Mercedes.

Zudem sind beide Force-India-Piloten für die kommende Saison Wackelkandidaten im besten Sinne. Sergio Perez hat sich mit seinen starken Leistungen in den vergangenen Jahren für höhere Aufgaben empfohlen. Der Mexikaner wird als möglicher Nachfolger von Kimi Räikkönen bei Ferrari gehandelt, sollte der Finne am Saisonende den Helm an den Nagel hängen. Auch bei Renault ist Perez ein Thema.

Sein Teamkollege Esteban Ocon ist Mercedes-Nachwuchsfahrer und könnte im Werksteam Valtteri Bottas beerben, sollte der Vertrag des Finnen am Ende der Saison nicht verlängert werden. Die Chancen, dass 2018 also eines der Force-India-Cockpits frei wird, stehen nicht schlecht - und für Auer wäre es zumindest farblich keine Umstellung.