Sport | Formel-1
29.11.2017

Aufwärmrunde für 2018: Formel 1 testet in Abu Dhabi

Nach der Saison ist vor der Saison: Die Winterpause für die Formel-1-Stars beginnt erst am Donnerstag so richtig.

Die letzte Zielflagge der Formel-1-Saison 2017 fiel am Sonntag, die Motoren schweigen aber erst seit Mittwochabend. Am Dienstag und Mittwoch herrschte auf dem Yas Marina Circuit in Abu Dhabi nämlich noch reger Testbetrieb - es werden die Weichen für 2018 gestellt. Die schnellsten Zeiten bei den Testläufen legte jeweils Ferrari hin - am Dienstag mit Kimi Räikkönen, am Mittwoch mit Sebastian Vettel.

Zwar ist die Umstellung für die Saison 2018 nicht annähernd so groß wie vor einem Jahr, bedeutsam sind die Testfahrten nach Saisonende aber dennoch - denn neben ersten Erfahrungen mit den neuen Pirelli-Reifenmischungen (das Kontingent wird auf sieben verschiedene Trockenreifen erhöht, die Bandbreite reicht nun von "Hypersoft" bis "Superhard") sammeln die Teams auch Messwerte mit dem neuen Cockpitschutz Halo.

Um die aerodynamischen Verluste durch den bei Fans wie Fahrern gleichermaßen unbeliebten Bügel zu minimieren, dürfen die Teams an diesen Zusatzverkleidungen anbringen. Dass diese optisch keine erhebliche Verbesserung bringen, muss nicht dazugesagt werden. Lewis Hamilton wetterte schon vor dem Rennen am Sonntag, dass der Abu-Dhabi-GP das letzte Rennen mit "schönen Autos" sein werde - bitter angesichts der Tatsache, dass die Boliden erst dieses Jahr dank breiterer Reifen und flacherer Heckflügel wieder ästhetisch ansprechend geworden waren.

Leclerc und Kubica als Neulinge

Besonderes Augenmerk gilt neben den technischen Neuerungen natürlich auch den neuen Gesichtern im Fahrerlager - von denen keines so wirklich neu ist, denn große Veränderungen bei den Fahrerpaarungen bleiben aus. Beim Sauber-Team, das am Mittwoch offiziell die schon lang erwartete Partnerschaft mit Alfa Romeo bekanntgab, wird wohl Charles Leclerc ab 2018 im Cockpit sitzen. Der Monegasse aus dem Ferrari-Nachwuchskader bestritt für die Schweizer schon Freitagstrainings und durfte in Abu Dhabi auch ein paar Kilometer sammeln.

Ein alter Bekannter steht unterdessen vor dem Comeback: Der Pole Robert Kubica spulte am Dienstag und Mittwoch fleißig Runden bei Williams ab, um sich auf die geplante Rückkehr in den Grand-Prix-Zirkus vorzubereiten. Kubica, der bei einem Rallye-Unfall 2011 schwere Verletzungen an der rechten Hand davongetragen und seine Formel-1-Karriere danach nicht hatte fortsetzen können, überzeugte zunächst bei Testfahrten für Renault und nun auch für Williams und wird bei der Nachfolge des endgültig zurückgetretenen Felipe Massa wohl den Vorzug vor den übrigen Kandidaten Paul di Resta, Sergey Sirotkin und Pascal Wehrlein erhalten.

Die Formel-1-Saison 2018 beginnt aller Voraussicht nach am 26. Februar mit den ersten Wintertests in Barcelona. Den ersten Grand Prix der kommenden Saison bestreitet die Königsklasse einen Monat später am 25. März im australischen Melbourne.