Football: Mit Idealismus zum Erfolg

Amateure müssen im Gegensatz zu Profispielern für ihre Leidenschaft ungleich mehr Idealismus an den Tag legen.
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Quarterback Christoph Gross ist erst 22 Jahre alt und trotzdem der wohl wichtigste Mann in Österreichs Nationalteam.

Er ist die Schlüsselarbeitskraft in jedem Football-Team. In Österreichs Nationalteam bekleidet Christoph Gross die Position des Quarterbacks. Als dieser ist der erst 22-jährige Burgenländer bei der Heim-WM ab Samstag der Denker und Lenker der rot-weiß-roten Offensive. Gross ist damit vielleicht der wichtigste Mann im 45-Mann-Kader. Doch auch der Spielmacher ist wie der Rest seiner Teamkollegen Amateursportler.

Als solcher investiert der Student im Schnitt fast fünf Stunden täglich in seine Leidenschaft. Der Traum von einem WM-Finale am 16. Juli im Ernst-Happel-Stadion ist der Lohn dafür. "Das Jahr 2011 ist das sportliche Highlight meiner Karriere", erklärte Gross. Der Mattersburger ist seit dem Vorjahr erster Quarterback der Vienna Vikings, erhält dafür aber keinen Cent. "Der Spaß am Sport ist für mich mehr wert als Geld", betonte Gross.

So geht es allen seinen Teamkollegen, die sich derzeit in Wolfsberg in Kärnten den Feinschliff für das erste WM-Gruppenspiel am Samstag in Graz gegen Japan holen. Die Rahmenbedingungen sind gut, Gross hat in der Vorbereitung sogar auf Biofeedback-Einheiten mit einem Mentalcoach gesetzt. Die Verantwortung auf den Schultern eines Quarterbacks ist groß. "Aber ich spüre den Rückhalt, den ich bei meinen Mitspielern habe", meinte Gross.

"Wir sind ein Team"

In den Vordergrund stellt sich der Wahl-Wiener, der im 20. Bezirk eine WG mit den Nationalteam- und Vikings-Kollegen Peter Tutsch und Christoph Putz bewohnt, ohnehin nicht gerne. Als Quarterback sei man immer auf den Schutz der Offensive Line angewiesen. Nur mit genug Zeit können die richtigen Entscheidungen getroffen werden. "Wir sind ein Team. Und wir versuchen, das beste Team zu werden, das möglich ist", umriss Gross die WM-Ziele.

Dafür werden in Wolfsberg intensiv Spielzüge trainiert. Geht es nach AFBÖ-Teamchef Rick Rhoades, soll sich Gross mit seinen Passempfängern fast blind verstehen. Der US-Amerikaner hält große Stücke auf den Burgenländer, der sich in den vergangenen beiden Saisonen bei den Vikings enorm weiterentwickelt habe. "Vom Charakter und von der Einstellung her gibt es keinen besseren Quarterback auf der ganzen Welt", sagte Rhoades.

Möglicherweise steht das auch im Zusammenhang mit dem Idealismus, den Amateure im Gegensatz zu Profispielern für ihre Leidenschaft an den Tag legen müssen. Gross hatte zuletzt ein Praktikum bei einem Sportorthopäden absolviert. Nach der Arbeit ging es regelmäßig zum Training - auf dem Spielfeld, in der Kraftkammer, bei Physiotherapeuten. Herausgekommen ist ein Modellathlet mit 1,88 m und 96 kg. Und der Traum von einer WM-Medaille.

(APA) Erstellt am
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