Sport
14.04.2017

Federer: French Open nicht in Stein gemeißelt

Nach Siegen bei den Australian Open und zwei Masters-Turnieren ist Federer auch in Paris einer der Favoriten.

Tennisstar Roger Federer will erst Mitte Mai eine Entscheidung über seinen Start bei den French Open treffen und schließt auch eine Absage seiner Teilnahme an diesem Grand-Slam-Turnier nicht aus. "So wie es momentan aussieht, spiele ich die French Open, aber bis zum 10. Mai kann noch viel passieren", sagte der Australian-Open-Sieger diese Woche bei einem Mediengespräch in Lenzerheide.

Der Saison-Höhepunkt auf Sand, das zweite Grand-Slam-Turnier des Jahres, beginnt am 28. Mai in Paris. "Nur zu spielen, um zu spielen, das mache ich nicht mehr, so passieren keine Miracles", sagte Federer. Nach einem halben Jahr Pause aufgrund einer Knieverletzung hatte die frühere Nummer eins der Tennis-Welt im Jänner ein Comeback gegeben und sogleich bei den Australian Open in Melbourne sowie bei den Masters-1000-Turnieren in Indian Wells und Miami triumphiert.

"Ich muss nicht auch noch kitschig aufhören"

Federers Fokus liegt nun auf der Rasen-Saison mit geplanten Auftritten in Stuttgart, Halle und natürlich Wimbledon. An ein Karriere-Ende nach einem möglichen achten Sieg auf dem "Heiligen Rasen" hat er nach eigenen Worten noch nicht gedacht. Es könne zwar kaum einen besseren Schlusspunkt geben. "Aber es ist nicht das Ziel, dass ich vielleicht auf dem absoluten Super-Höhepunkt aufhören werde. Ich muss da nicht auch noch kitschig aufhören", sagte der vierfache Vater.

Der erneute Titelgewinn in Wimbledon seht auf der Prioritätenliste des 35-Jährigen jedoch fraglos ganz oben. Momentan freilich gönnt sich Federer nach der langen Verletzungspause 2016 und seiner sensationellen Rückkehr auf die Tour eine Pause. Unweit von Lenzerheide hat er sich in einem Chalet zusammen mit seiner Frau Mirka und den Kindern einen Rückzugsort geschaffen.

Seine bisherige Saison mit den Triumphen bei den Australian Open in Melbourne, in Indian Wells und Miami kommt sogar Federer selbst wie ein Wunder vor. Inzwischen ist er wieder die Nummer vier der Welt. Federer zeigte sich auch nach 91 Titelgewinnen immer noch "geil darauf, Turniere zu gewinnen". Und er hält es durchaus für machbar, noch einmal an die Weltranglistenspitze zurückzukehren.

Federer arbeitet immer noch an sich

"Im Moment sieht der Trend tatsächlich so aus, als ob es nochmals zur Nummer 1 reichen könnte", erklärte Federer. "Aber wenn du nicht spielst, gewinnt ein anderer. Und dann macht es 'Wums-Wums-Wums', und alle sind wieder gleich weit. Es braucht auf jeden Fall noch einmal einen großen Sieg für die Nummer 1. Ich muss weiter Riesenstricke zerreißen, sei es in Wimbledon, am US Open oder im November am Masters in London. Nur Halbfinal-Qualifikationen bringen dich nicht auf die Nummer 1."

Der Eidgenosse gab auch Einblick hinter die Fassade des Menschen Roger Federer. Es habe jeder "seine Macken". "Ich selber arbeite auch immer wieder an mir, damit ich viele Sachen noch besser machen kann im Leben. Ob es in der Organisation ist als Familienvater oder als Tennisspieler", erklärte er. "Ich habe auch überall Baustellen. Ich versuche, den Sport gut zu repräsentieren. Weg von dem Ganzen, als Familienvater, da habt ihr alle keine Ahnung, wie gut oder schlecht ich bin."