Ewig jung: Julian Knowle stand zum vierten Mal im Finale von Wien – und verlor zum vierten Mal.

© AGENTUR DIENER /DIENER / Eva Manhart

Erste Bank Open
10/20/2013

Wenn das Doppel zum Spielball für Evergreens wird

Ein 80-jähriges Duo stand im Wiener Finale. Wie lange kann man tatsächlich Profi-Tennis spielen?

von Harald Ottawa

So lange ich so gut spiele, sehe ich keinen Grund, aufzuhören“, sagt Julian Knowle, der am Sonntag mit dem Kanadier Daniel Nestor im Wiener Doppel-Finale stand, dort aber gegen Mergea/Rosol (Rum/Tch) 5:7, 4:6 verlor.

Dabei ist der Vorarlberger bereits 39. Und sein Partner gar 41. Und dieser hat bereits 1992 im Daviscup gegen Österreich gespielt. Knowle selbst steckt immer noch in der erweiterten Weltspitze; als Nestor gegen Alexander Antonitsch verlor, startete er gerade seine Profi-Laufbahn. Und: In Stockholm gab es mit Jonas Björkman einen 41-Jährigen im Finale. Haben die Alten Saison? Wie lange kann man spielen?

Der renommierte Sportarzt Reinhard Weinstabl will sich da nicht genau festlegen, weiß aber: „Im Einzel ist Mitte 30 Schluss, im Doppel geht’s ein bisschen länger. Es kommt auf das Trainingspensum an. Wenn man sich das Fußball-Team anschaut, muss man feststellen, dass die vor der Pause immer sensationell spielen und nach der Pause eingehen.“

Im Tennis hat sich für Weinstabl einiges verändert. „Heute steckt hinter den Erfolgen harte Arbeit, früher war bei vielen Spielern ein semilegaler Aufbau dahinter. Heute verhindern dies viele Kontrollen.“

Herwig Straka, Turnierdirektor der Erste Bank Open, sieht andere Gründe, warum so viele reifere Herren noch in der Weltklasse des Doppels mitmischen: „Keiner der Topstars spielt heute noch regelmäßig Doppel, das sind alles Spezialisten. Nachdem sie nur Doppel spielen, lassen sie im Verlauf der Karriere weniger Kräfte.“

Spezialisten

Im Fall von Knowle trifft dies in jedem Fall zu. Zu Beginn der Karriere konzentrierte sich auf das Einzel, danach wurde er immer mehr zum Doppelspezialisten. Und ist deshalb seit Ewigkeiten auch Mitglied des Daviscup-Teams. Nestor hat ebenfalls nur in seinen ersten Jahren die Doppelbelastung Einzel und Doppel auf sich genommen. Insgesamt 81 Doppeltitel holte er, und er sicherte sich vor 13 Jahren in Sydney Olympiagold.

Im Doppel geht auch alles einfacher. „McEnroe hat mit 47 noch ein Doppelturnier gewonnen“, sagt der Ex-Doppel-Spezialist Alexander Antonitsch. „Wenn jetzt ein Michael Stich trainiert, kann er auch noch mitspielen. Die Anstrengungen sind im Doppel geringer, nach einer Stunde ist eine Partie meist vorbei.“

Für 2014 hat Knowle vorgesorgt: Er spielt wieder mit einem Kanadier. Nicht mit Nestor, sondern mit dem 23-jährigen Vasek Pospisil.

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