Sport
24.07.2017

Die ersten Aufreger nach dem heißen Liga-Start

Über Standardtore in der österreichischen Bundesliga, Salzburger Beton, Ausschlüsse und Bickels erster Schiedsrichter-Schelte.

Die 25. und letzte Saison mit einer Zehnerliga startete mit drei Samstag-Partien – und mehreren Aufregern.

Ein KURIER-Überblick:

Standard-Samstag

Die Sommerpause wurde offensichtlich genutzt, um neue Standardvarianten einzustudieren. Beim 3:0 des LASK gegen die Admira schossen die Linzer alle Tore nach und aus ruhenden Bällen. Diese Stärke war schon ein Hebel zum Aufstieg. Beim 2:2 von Rapid gegen Mattersburg fielen drei Treffer aus Standards. Die Corner-Variante zu Wöbers Premierentreffer (zum 2:0) wurde nach dem Videostudium im Abschlusstraining eingeübt. Nur Salzburg spielte beide Treffer in Wolfsberg heraus. Macht sechs von neun oder außergewöhnliche 66 Prozent Standard-Tore am ersten Liga-Samstag.

Salzburger Beton

Marco Rose, der neue Trainer der Salzburger, steht für offensiven Fußball. Die unter Óscar Garcia ohnehin schon meisterliche Defensive dürfte trotzdem nochmals stärker geworden sein: vier Zu-Null-Siege mit 15:0 Toren seit dem Saisonstart sind bemerkenswert. Der WAC hatte gar keinen gefährlichen Abschluss. Gegen Rijeka folgt am Mittwoch der Härtetest.

Bickels Premiere

"Ich habe das in Österreich noch nie gemacht, und es soll auch die Dummheit von Joelinton nicht entschuldigen, aber diesmal muss ich den Schiedsrichter kritisieren", sagt Rapid-Sportdirektor Fredy Bickel über Markus Hameter: "Das war die schlimmste Schiri-Leistung, seit ich bei Rapid bin. Er hatte nie eine Linie und das Spiel massiv beeinflusst." Am meisten ärgert den Schweizer die Rot-Szene: "Joelinton war nicht brutal, Novak bei seinem Einsteigen schon. Ich finde es unglaublich, das nicht zu ahnden."

Ab Sonntagabend hatte mit der Austria auch der zweite Wiener Klub Grund, über die Unparteiischen zu klagen.

Rapids Stürmerloch

Auch wenn der Ausschluss von Joelinton laut Regelbuch mit Gelb hätte geahndet werden können, wird der Brasilianer gesperrt werden. Austrias Holzhauser bekam nach der ähnlich umstrittenen Tätlichkeit im Cup gegen Ebreichsdorf ein Spiel Sperre plus ein zweites auf Bewährung.

Da Jelic verliehen und Kvilitaia verletzt ist, fehlt Rapid plötzlich nicht nur das Tempo in der Spitze, sondern überhaupt ein Stürmer. Folgt ein Blitz-Transfer? "Nein, diese Woche sicher nicht", sagt Bickel. Der Sportdirektor erwartet vielmehr eine Reaktion von Philipp Prosenik: "Er wollte lieber auf seine Chance warten, als zu wechseln. Jetzt soll er sie nutzen!" Ausgerechnet in St. Pölten, wohin der Wiener nicht wechseln wollte, könnte Prosenik in der Startelf stehen. "Ich würde mich nie in die Aufstellung einmischen. Aber da Philipp mehr Erfahrung hat als Alex Sobczyk, kann ich mir gut vorstellen, dass er beginnt", meint Bickel. "Dann sehen wir, was er uns beweisen will."