Tamira Paszek gibt Anlass zur Hoffnung. Bei ihr geht es aufwärts.

© APA/EXPA/ JOHANN GRODER

Tennis
07/23/2015

Damen-Krise: Der Kapitän spricht

Fed-Cup-Kapitän Jürgen Waber sieht trotz des erfolglosen Tennisturniers in Bad Gastein Lichtblicke in Österreich

Die sechs Österreicherinnen, die über Wildcards beim 250.000 Dollar schwerem WTA-Heim-Turnier „Nürnberger Gastein Ladies“ teilgenommen haben, wurden alle vom Pech verfolgt. Drei der Damen starteten im Hauptbewerb und drei Neulinge in der Qualifikation. Keine der Spielerinnen konnte sich jedoch durchsetzen, weshalb der Fed-Cup-Kapitän Jürgen Waber von einer Krise im Damen-Tennis spricht. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt.

"Unser Damen-Tennis steckt in der Krise", äußerte sich der Trainer des LZ Oberösterreich im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur in Bezug auf die enttäuschenden Ergebnisse. "Auf der anderen Seite gibt es aber auch Hoffnung, dass es wieder aufwärtsgeht." Der 44-Jährige betreut seit sechs Jahren das österreichische Fed-Cup-Team. Außerdem trainierte Waber einst Sybille Bammer und führte die Linzerin auf Platz 19 der Weltrangliste. Nun will er die Nachwuchshoffnung Barbara Haas aus Steyr zum Erfolg führen.

Erneuerungen nötig

ÖTV-Präsident Robert Groß kündigte im Rahmen des Davis Cups in Kitzbühel auch an, dass bis Anfang November ein Konzept für das rot-weiß-rote Damen-Tennis erarbeitet werden soll. Weber steht dieser Entscheidung äußerst positiv gegenüber: "Die Erwartungen sind groß, weil wir enormen Aufholbedarf haben. Wenn aber alle Institutionen mitarbeiten, werden sicher kluge Konzepte entstehen. Welche, ist derzeit aber offen."

Zwar darf zum ersten Mal keine Dame in das Achtelfinale des 9. Gasteiner Turniers einziehen, doch Waber gibt sich nicht völlig unzufrieden mit den Leistungen der ÖTV-Spielerinnen. Die 19-jährige Haas verlor nach 2:58 Stunden im Tiebreak des Entscheidungssatzes gegen Andreea Mitu (ROM). "Zu Beginn war Haas überfordert", erklärte Waber das 1:6 nach 30 Minuten an. "Dann aber hat sie ordentlich gespielt und hart gekämpft. Sie hat sich selbst aus dem Schlamassel gezogen. Darauf bin ich als Trainer stolz. Das macht mich auch zuversichtlich, vorausgesetzt Haas arbeitet weiterhin so konsequent."

Paszeks Hoffnung in den USA

Wenig rosig sah auch das Ergebnis für Tamira Paszek aus: Sie verlor gegen die Italienerin Karin Knapp. Fast zwei Jahre lang erlitt sie Krankheiten (Pfeiffersches Drüsenfieber) und Verletzungen (Adduktoren) und rutschte durch die längeren Pausen auf Platz 242 der Weltrangliste ab. "Sie war zu Beginn nervös. Aber mit ihrem Feuer ist sie in das Spiel gekommen, das hat mich gefreut", verteidigte Waber die 25-jährige. "Sie wird auf ihrem Weg zurück noch Höhen und Tiefen erleben."

Paszek will sich aber bis Ende 2015 in die Top 100 hinaufkämpfen und setzt nun auf ihre Teilnahme bei der US-Tour. Dort möchte die Vorarlbergerin in Washington, Toronto, Cincinnati, Quebec und bei der US-Open-Qualifikation ihr Können beweisen. "Dort überall bin ich dank meines Protected Rankings dabei. Ich habe keine Punkte zu verteidigen, kann also nur gewinnen", berichtet Paszek mit großer Motivation dank ihrer vollständigen Heilung.

Mayr-Achleitner dankt ab

Auch die Niederlage von Patricia Mayr-Achleitner gegen Anna Karolina Schmiedlova (SVK-7) und der angekündigte Rücktritt vom Tennis traf Waber sichtlich: "Das ist ein großer Verlust. Sie ist im Fed Cup immer ihre Frau gestanden für Österreich. Aber dieser Schritt ist nachvollziehbar, wenn der Körper kaputt ist. Es gibt ja auch ein Leben nach dem Tennis."
Die österreichischen Newcomer Julia Grabher, Pia König und Mira Antonitsch scheiterten gleich in der Auftaktrunde der Qualifikation.

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