Sport
07.01.2012

Countdown für Olympische Jugend-Winterspiele

Startbereit - in Abtenau wurden 81 österreichische Sportler für die Jugend-Winterspiele ausgerüstet.

Das Leben als Sport-Talent kann hierzulande ein hartes Los sein. Ja, mitunter hat ein österreichischer Nachwuchssportler so schwer zu tragen, dass er eigentlich drei Hände gut gebrauchen könnte. Um die Last zu stemmen, die auf seinen Schultern liegt.

Da quälten und schleppten sie sich dann also durch den Salzburger Tiefschnee. Rodler und Eiskunstläufer, Skispringer und Snowboarder, Seite an Seite, aber jeder hatte sein Schicksal selbst zu tragen: Einen Rucksack am Rücken, in der einen Hand eine riesige Reisetasche, in der anderen mehrere Nylontaschen - stattliches Reisegepäck für die aufregendste und abenteuerlichste Mission, die sie in ihrem jungen Sportler-Leben bisher angetreten haben - die ersten Olympischen Jugend-Winterspiele (YOG) in Innsbruck (13. bis 22. Jänner).

Schaumfestiger

In wenigen Tagen heißt’s Feuer frei, doch für die 81 österreichischen Starter begann Olympia bereits am Samstag in Abtenau mit dem Kick-off, der offiziellen Einkleidung. Auf dem Parkplatz stehen übermäßig viele Autos mit den blauen L17-Pickerln an der Windschutzscheibe, andere Sportler werden von ihren Eltern abgeliefert. Es herrscht ein Gewusle und Gedränge, eine gesellige Aufbruchstimmung wie vor einem Schulskikurs.

Es braucht schon eine große Zelthalle, um das gesamte Equipment unterzubringen: Es gibt Ausgehjacken und Sportsocken, Bergschuhe und Sonnenbrillen, Pro Glide Rasierer und Schaumfestiger - 3000 Euro ist die Ausrüstung eines jeden Sportlers wert. "Die Athleten sollen das Gefühl haben, dass sie die gleiche Behandlung genießen wie bei den Olympischen Spielen", erklärt Karl Stoss, Präsident des Österreichischen Olympischen Comitees (ÖOC).

Eineinhalb Tage ist das österreichische Olympia-Aufgebot in Abtenau kaserniert. Eineinhalb Tage, in denen die Jung-Sportler noch einmal auf die Jugendspiele eingestimmt und auf die Olympischen Ideale eingeschworen werden. Auf dem dichten Programm stehen Medientraining, Teambuilding, sowie etliche Vorträge zu den Themen Ernährung und Doping. Zudem erhielten die Olympia-Teilnehmer Tipps von prominenten Ex-Sportlern wie Michaela Dorfmeister oder Markus Prock.

Für Prock ist das auch eine Familien-Angelegenheit. Nina, die 16-jährige Tochter des ehemaligen Rodel-Weltmeisters, wandelt auf den Spuren des Vaters und startet im olympischen Rodel-Bewerb. "Dabei hat mich das Rodeln am Anfang gar nicht interessiert", berichtet Nina Prock.

Wie ernst die 16-Jährige inzwischen den Rodelsport nimmt, zeigte sich in Bischofshofen. Prock verfolgte den Tournee-Sieg ihres Cousins Gregor Schlierenzauer nur via Fernsehen. "Ich war trotzdem aufgeregter als vor einem Rodelrennen."

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