Robert Beric hätte Rapid zum Sieg köpfeln können, war nach dem Spiel am Boden zerstört.

© APA/EPA/SERGEY DOLZHENKO

Champions League
08/27/2015

Von Rapids Traum blieben nur Tränen

Die Rapidler wurden nach dem 2:2 gegen Donezk gelobt, sind aber schwer getroffen.

von Alexander Huber

Am traurigsten von allen war Emily Hofmann. Die jüngere Tochter des Kapitäns, deren Emotionen von den TV-Kameras schon während der packenden Partie eingefangen worden waren, weinte nach dem 2:2 bitterlich. Steffen Hofmann lief nach dem Schlusspfiff zur Tribüne, um seine Emily zu trösten.

Auch bei den einsatzwilligen Spielern flossen in Lwiw nach dem Aus in der Champions League die Tränen. Wie bei Thanos Petsos, oder wie bei Robert Beric.

Der Slowene hatte in der 90. Minute mit einem Kopfball der Marke "Den macht er sonst immer" den ersten Matchball, Joker Philipp Prosenik in der 95. Minute mit seinem Stangenschuss den zweiten. "Es ist so bitter, weil Donezk am Ende körperlich tot war und wir noch die Kraft für den Sieg hatten", erklärte Prosenik. Obwohl Trainer Zoran Barisic und Co-Trainer Carsten Jancker sofort auf den Rasen liefen, um die beiden stürmenden Unglücksraben zu trösten, wirkte Beric beim nächtlichen Rückflug schwer getroffen. Im Endeffekt hätte sein Treffer zusätzliche 8,6 Millionen Euro gebracht.

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Gleichzeitig hätte der Goalgetter mit dem 3:2 gegen den wankenden Riesen Schachtar alle Transferspekulationen beenden können. Die Bühne der Champions League wäre doch mehr wert gewesen als die gebotenen Millionen aus England. "Wir brauchen Robert auch für die Europa League. Wir wollen international überwintern. Er darf nicht gehen. Und aus", sagt Präsident Michael Krammer zum KURIER.

Doch im modernen Fußball sind Verträge nicht immer alles. Mario Sonnleitner zeigt Verständnis für den – bis auf den Kopfball – bärenstarken Beric: "Da geht’s um wahnsinnige Gehälter. Wenn er fürchtet, dass mit einer schweren Verletzung in einer Woche alles vorbei sein könnte, kann man seine Gedanken auch verstehen."

Auf die sportliche Leitung rund um Andreas Müller warten heikle Tage. Werden alle Anfragen, die es für mehrere Spieler gibt, wie bisher abgeblockt? Wird Beric an Bestbieter Reading verkauft? Wird auf eine Erhöhung des derzeit deutlich niedrigeren Angebots aus St-Etienne gewartet, sofern die Franzosen am Donnerstag in die Europa League aufsteigen? Oder kommt aus England noch ein Last-Minute-Hammer?

"Wir müssen auf alles vorbereitet sein", sagt Barisic, der parallel dazu versucht, die Mannschaft für das Samstagsspiel gegen Mattersburg aufzubauen: "Wir hatten schon so schwere Rückschläge und sind immer gestärkt davon rausgegangen."

Lob von Donezk

Helfen könnte das Lob von Donezk. Vom "schwerstmöglichen Gegner", sprach Rakyzkyj. Von einem "sehr cleveren Rapid-Trainer" Kapitän Srna. Die Flügelstürmer Marlos und Taison sahen gar "eine fantastische Taktik" der Wiener. Die beiden Brasilianer bekamen nach der Partie die Wut von Trainer Lucescu zu spüren, weil sie ihre Konterchancen zu leichtfertig verspielten. "Der Mister wurde richtig laut", erzählte Lubos Michel seinem Landsmann Jan Novota nach dem 2:2.

Michel arbeitet als technischer Direktor für Schachtar. Was der Ex-Spitzenreferee noch sagte, wird zwar nicht eintreffen, beweist aber das gestiegene Ansehen von Rapid: "Eure Flügel Schaub und Kainz würden zu uns passen. Dafür könnte Rapid die Brasilianer haben."

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