Sport 14.03.2018

Champions League: Die Königsklassen-Krönung

Bayern Munich's Austrian defender David Alaba gestures to supporters during the UEFA Champions League round of sixteen first leg… © Bild: APA/AFP/DPA/MATTHIAS BALK

Neben David Alaba machen auch ein Volleyballer und zwei Handballer Jagd auf den Titel.

Natürlich sind noch 90 Minuten zu spielen. Und selbstverständlich hat der Fußball schon die verrücktesten Geschichten geschrieben. Aber eher schaffen es die Niederlande zur WM in Russland, als dass die Bayern heute in der Champions League gegen Besiktas Istanbul noch ein 5:0 vom Hinspiel aus der Hand geben.

Dem Einzug ins Viertelfinale dürfte nichts mehr im Wege stehen, zum siebenten Mal in Folge würde der deutsche Rekordmeister damit in der europäischen Eliteliga in der Runde der letzten acht vertreten sein. Und zwangsläufig würden dann Erinnerungen an die Saison 2012/ 2013 wach werden, als die Bayern mit David Alaba das historische Triple (Meisterschaft, Cup, Champions League) gewonnen hatten. Auch damals hieß der Trainer Jupp Heynckes.

Während also David Alaba mit den Bayern um seinen zweiten Champions League-Titel kämpft, geht’s für andere österreichische Legionäre um den Premierensieg in der Königsklasse. Auch im Handball und im Volleyball sind noch Österreicher mit ihren Klubs in der K.o.-Phase vertreten.

Alexander Berger Der Oberösterreicher ist ein Schlüsselspieler bei einem der aktuell besten Volleyballklubs der Welt. Mit Sir Safety Perugia hat Berger in dieser Saison bereits den italienischen Supercup und zuletzt auch den Cup gewonnen. Dass die Mannschaft aus Umbrien ohne Punkteverlust durch die Gruppenphase der Champions League eilte und den Grunddurchgang in der Serie A als Erster abschloss, ist auch das Verdienst von Alexander Berger, der in seiner zweiten Saison in Perugia zu einem der verlässlichsten Punktelieferanten geworden ist.

Volleyball-Paradies

In der Serie A hat der 29-Jährige sein Volleyball-Paradies gefunden. " Italien ist volleyballverrückt", sagt Berger. Zu den Heimspielen kommen 5000 Fans in die Halle, der Klub hat eine eigene wöchentliche TV-Show, die Gazetten berichten seitenweise von den schlagfertigen Männern. "Wie groß Volleyball in Italien ist, sieht man schon daran, dass im letzten Jahr ein Volleyballer Zweiter bei der Wahl zum Sportler des Jahres geworden ist", erzählt der Diagonalangreifer. "Das wäre in Österreich wohl undenkbar."

Alexander Berger hat in Italien seine sportliche Heimat gefunden.
ABD0155_20170609 - LINZ - ÖSTERREICH: Alexander Berger (AUT), Simon Hirsch (GER) während dem Volleyball Match der Herren in der … © Bild: APA/EXPA/JFK

Für einen heimischen Volleyballer von Format ist das Ausland mittlerweile aber die einzige Option, um Karriere zu machen. "Leider hat man keine andere Wahl", sagt Berger, der selbst vor vier Jahren Serienmeister Hypo Tirol Richtung Frankreich verlassen hatte und im Ausland zu einem anderen Spieler gereift ist. "Früher habe ich nach einem Fehler oft zu zweifeln begonnen und mich danach nichts mehr getraut. Heute habe ich viel mehr Sicherheit und Selbstvertrauen", sagt Berger.

Seit 2016 ist der Mann von Ex-Schwimmerin Mirna Jukic nun bereits in Perugia am Ball, in der vergangenen Saison war der Österreicher erst im Champions League-Finale an Zenit Kazan (RUS) gescheitert. Auch diesmal winkt der Einzug ins Final-Four-Turnier. Im Viertelfinal-Hinspiel besiegte Perugia Ankara mit 3:0, Berger erzielte 13 Punkte.

Nikola Bilyk & Raul Santos Während der junge Volleyball-Verein aus Perugia (Gründungsjahr 2001) noch keine internationalen Titel gewonnen hat, ist der Trophäenschrank des THW Kiel voll. Der deutsche Handball-Rekordmeister ist auch in Europa eine große Nummer, was nicht zuletzt drei Champions League-Titel (2007, 2010, 2012) beweisen.

Nikola Bilyk geigt für Kiel auf.
Handball - Men's EHF European Handball Championship - preliminary round Group B - Austria v France - Zatika Sports Centre, Porec… © Bild: REUTERS/ANTONIO BRONIC

Beim ersten Triumph vor elf Jahren hatte auch ein Österreicher seine Hände im Spiel. Viktor Szilagyi ist inzwischen Sportlicher Leiter des THW Kiel und damit auch verantwortlich für zwei heimische Handball-Legionäre, die dem langjährigen Kapitän der Nationalmannschaft nacheifern wollen.

Gänsehaut

Allerdings scheint die aktuelle Kieler Mannschaft rund um die Österreicher Nikola Bilyk (21) und Raul Santos (25) nicht stark und reif genug, um tatsächlich in der Eliteliga die Oberhand behalten zu können. In der Liga ist der Rekordchampion nur Mittelmaß, in der Champions League konnten sich die Norddeutschen als Gruppenvierter für das Achtelfinale qualifizieren, wo nächste Woche Pick Szeged (Ungarn) wartet.

"Wir sind eine sehr junge Mannschaft", sagt Nikola Bilyk, der mit seinen 21 Jahren schon zu den Führungsspielern der Kieler zählt und den Vertrag bereits vorzeitig bis 2022 verlängert hat. "Der Druck ist hier größer, als bei anderen Vereinen. Andererseits bekomme ich noch immer Gänsehaut, wenn ich vor unseren 10.000 Fans einlaufe."

( kurier.at ) Erstellt am 14.03.2018